„Gertrud soll ichs nicht sagen? Sie ist meine Schwester. Mein ganz guter Kamerad ist sie. Ich habe immer alles mit ihr geteilt.“
„Das sollst du auch. Morgen oder übermorgen.“ Sie sah ihn an, wie nur sie konnte. Es durchrieselte ihn ganz.
Dann traten sie aus dem Wald auf die Wiese. Dort war noch alles, wie zuvor.
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„Ha, hollah, ihr Waldläufer,“ rief der Müller Hensler und hob ihnen sein Glas entgegen, „hierher gesessen; was habt ihr für Geheimnisse miteinander auszubrüten? Ist das eine Art, wenn man Gäste hat?“
Georg staunte. Wie munter vermochte Lore jetzt zu sein. Als ob nichts geschehen wäre. Er konnte kaum ein Wort sagen. Still saß er da und sah in seinen Wein und schickte nur hie und da die Augen nach Lore hin. Am liebsten wäre er zu Gertrud gegangen und hätte ihr alles erzählt. Wie konnte er die Last seines Glückes und seines neuen Entschlusses tragen, ohne sie mit ihr zu teilen? Dort drüben war sie und er war hier.
Lore aber trieb tausend Possen mit den beiden Franzen, dem alten und dem jungen und tat sehr geheimnisvoll mit ihrem Waldgang: „Ja, das möchtet ihr wissen, das läßt sich denken,“ und neckte Georg: „Seht ihr’s, wie er sitzt und sein Geheimnis hütet? Ja, ihr wißt noch lange nicht, was hinter ihm steckt.“
War es möglich, konnte sie darüber scherzen?
Aber der Müller Hensler hielt nun den Augenblick gekommen, wo er seine Aufmunterungsgedanken anbringen konnte. (Er war auch selbst möglichst aufgemuntert.)
„Du, Georg,“ sagte er behaglich und knöpfte sich die Weste auf, „mach nicht so ein Gesicht. Das kommt alles in Schick und Ordnung. Die — die Herren brauchst du nicht zu fürchten, die wissen selber nicht alles. Was ein forscher Kerl ist“ — er blinzelte nach dem Bäcker Ehrensperger hinüber, „nicht, du?“