„Ach,“ lachte Lore, „wenn ihr glaubt, er fürchte sich. Er weiß nur noch nicht, ob er nicht lieber Musikdirektor oder so etwas werden will. Wir haben es beredet. Sie sind alle hinter ihm her.“

Da sah Georg groß auf und wollte etwas berichtigen. Aber sie blinzelte ihm zu: „Nun, störe mich nicht.“

„Musikdirektor? Das wäre. Ja, kann man das nur so vom Fleck weg? Ist das auch ein richtiges Brot? Er hat doch auf den Pfarrer studiert?“ Sie konnten der Sache nicht nachkommen. Nun fing die auch davon an.

Da ließ sie alle Raketen steigen, die sie hatte, und tat groß mit Georgs verschwiegensten Träumen, als ob sie schon Wirklichkeit wären.

Vielleicht glaubte sie es selber, vielleicht dachte sie auch: Stark auftragen hilft mehr. Die Mutter Maute nickte eifrig und sah mütterlich nach Georg hin. Wenn es Lore sagte, die mußte es ja wissen.

„Was?“ sagte Vater Ehrensperger und sah hilflos vom Müller Hensler zu Franz und von Franz zu seinem Jüngsten hin, „der Tausendskerl, nun will er noch das werden. Was? ich habe gemeint, die Musiker, die seien lauter arme Hungerschlucker. Wenn es auch wahr ist? Und was wird das noch kosten?“

Sein ohnehin schon roter Kopf war noch röter geworden.

„So sag doch auch etwas, Georg.“ Lore stieß ihn ein wenig an, und alle sahen auf ihn, der dasaß und schwieg.

Ach, hatte er je an dergleichen gedacht? Hatte er je glänzende Pläne entworfen? Das hatte er nicht getan. Hatte ihn denn Lore so verstanden? Sie baute ja Häuser darauf. Er mußte es ihr sagen, daß sie es recht verstehe, er hatte sich die Zukunft noch nicht so praktisch ausgedacht. Die Kunst — und Lore. Weiter war er noch nicht gekommen. Es würde schon einen Weg für beide zusammen geben. Da, als sie so glänzende Bilder malte, stieg etwas wie eine Traurigkeit in ihm auf: Wer den rechten Ton will finden, der muß in die Stille gehen und allein sein und horchen.

Aber das konnte er ja nicht sagen.