Sie schüttelten die Köpfe. Nun gab er wieder keine Antwort, so war er.
„Er ist zu bescheiden,“ sagte die Putzmacherin Maute. „Er macht nichts aus sich. Wir haben es ihm oft gesagt. Zu bescheiden und zu ideal. Dies war auch mein Fehler in meiner Jugend.
Maute sagte es immer: ‚Henriette du bist viel zu ideal.‘ Aber das macht sich später. Wenn man einmal Familie hat.“
Hi hi; sie lachte und sah sich im Kreise um.
„Das sag ich auch,“ sagte der Müller Hensler. „Forsch muß einer sein und auftreten.“
Er war nicht mehr so ganz auf der Höhe des Denkens. Er kniff Lore ins Ohrläppchen. „Die da, das ist ein Tausendsasa. Familie? Wenn du die da kriegen kannst, dann nimm sie nur. Die wird dich schon — ja so, du willst ja nun — ach, man wird auch noch ein Wort sagen dürfen, das flammt gleich zum Dach hinaus.“
Denn Georg war heftig aufgestanden. Eine jähe Blutwelle war ihm bis unters Haar gestiegen. Nun redete der Müller auch noch davon. Wollten sie ihm alles zerpflücken? Sollte nichts Schönes, Heiliges mehr verschwiegen in ihm leben?
Ach, wäre er doch mit Lore allein im Walde und könnte ihr recht sagen, wie er es meinte. Aber als er ihr in Gedanken seine Sorgen ausbreitete: ob es gelingen werde? ob es nicht nur ein Schattenspiel sei? und daß er ja noch gar nicht wisse, ob ihm die Kunst ein Haus bauen werde, oder nur eine Hütte — oder das auch nicht? — und ob sie Schönes und Schweres mit ihm teilen wollte? — da nahm sie plötzlich Gertruds Gestalt und Gesicht an.
Er strich sich übers Gesicht. Er atmete tief auf.
„Ich muß es ihr sagen. Gleich muß ich zu ihr hin. Sie muß dabei bleiben, wie bisher.“