Da kam der Anfall noch einmal und machte ein Ende.

Und er war ein geruhlicher, starker und dicker Mann gewesen, und hatte auch ein geruhliches Leben geführt und hatte nicht viel Hunger gelitten, so viel man weiß. Sie begruben ihn aber an der Seite der Frau, die ihm so lang vorangegangen und ihm so unähnlich gewesen war, und als es Zeit war, da setzten sie ihnen beiden miteinander einen Stein, und schlossen das Grab mit einem Gitter ein und es war nun weiter kein Unterschied zwischen ihnen beiden zu sehen.

Ihre Söhne aber trugen, ein jeder in seinem Teil, ihre Art weiter, und suchten und fanden ihren Weg durchs Leben, der eine leichter, der andere schwerer, und werden einmal ein jeder ein Ziel erreichen.

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Wer aber ist nun besser gefahren? sagt es, ihr Schläfer.

Es ging ein alter Mann durch den Garten des Todes, es war in einer Dämmerstunde, wenige Wochen nachdem sie den Bäcker Ehrensperger begraben und ihm viele und teure Kränze auf den Hügel gelegt hatten.

Er kam von etlichen Gräbern her, die er liebend besucht hatte. Es waren solche darunter, die längst eingesunken und nur mit langem Kirchhofsgras bewachsen waren, und solche, die noch in guter Hut und Pflege standen. Er stand nun still vor dem neuen Grab und dachte an einen, der seinem Herzen teuer war und der vor wenig Tagen einen neuen Weg eingeschlagen hatte, um, so es ginge, einer edlen Kunst Meister zu werden.

Das sänftigt das Herz und stillt die Gedanken, wenn man die langen Reihen der Schlafenden grüßt und ihrer Wege und ihres Ruhens gedenkt.

Ihr, die ihr Lasten truget und Hunger littet und wunde Füße bekamet von steinigen Wegen; ihr, die ihr euch sehntet nach Freude, nach Licht und nach vollem Leben; ihr, die ihr brennende Herzen hattet und stürmisches Verlangen, sagt, habt ihr etwas von dem gefunden, das ihr erhofftet? Hat euch jemand in Empfang genommen, als ihr müde nach Hause kamet? Habt ihr nun gesehen, was des Hungers und der Sehnsucht allertiefster Grund war und ist euch eine Stillung dafür geworden? Ihr schweiget, soviel wir auch fragen mögen.

Wie, oder habt ihr andern recht gehabt? Ist es genug, zu nehmen, was am Wege liegt und an der Oberfläche? Reut es euch nicht, daß ihr meintet, das Beste sei, gut zu essen und gut zu schlafen und sich keine überflüssigen Gedanken zu machen?