Es brannte etwas in ihm, aber nicht für Frau Maute.

Morgen ging er nach München. Und übermorgen wollte er anfangen, zu arbeiten, zu lernen, dann selber zu schaffen, das drängte ihn am meisten. Auf der Neckarbrücke stand er still und winkte nach dem Mauergärtchen hin. Mußte er nicht umkehren? Wie konnte er nur fortgehen? Würde ihm Lore von weitem das sein können, was er in der Gegenwart von ihr hatte? Am liebsten hätte er sie mitgenommen. Aber dazu war ja keine Möglichkeit; jetzt noch nicht. Weiter! „Streck dich nach vorn aus allen Kräften, im Zeitstrom, der vorüberrauscht.“

Wo hatte er nur das gelesen? War es nicht bei Gertrud gewesen? Er wußte es nicht mehr. Aber nun klapperten es die Räder des Zugs, unaufhörlich dasselbe, es nahm eine Melodie an, eine monotone: „Im Zeitstrom, der vorüberrauscht.“

Drittes Buch

Erstes Kapitel

Wenn nur die Menschen mehr darauf ausgingen, die Freude zu suchen.

Sie vermissen sie, sie rufen nach ihr. Daß sie von ihr verkürzt seien, sagen sie klagend.

Aber sie machen sich nicht auf, voll guten, mutigen Willens, sie zu finden.

Und die Freude ist überall und will sich finden lassen. Denn sie liebt die Menschen.

Nur ist ihr Gewand schlicht, und ihre Augen sind ernst, und ihre Hände zeugen von Mühe und Arbeit. Da schrecken manche, denen sie ans Herz treten will, zurück und machen erstaunt die Augen auf: Du bist es? So siehst du aus? Ach, entschuldige, dich habe ich nicht gemeint. Ich — ich hätte gern etwas mehr Geld, oder etwas mehr Behagen, oder ein Haus im Grünen, oder einen hübschen Titel. Oder ein großes, sonniges Glück, oder ein machtvolles Können. Siehst du, das nenne ich Freude. Wer aber bist du?