Das mochte andern Leuten nichts so besonderes sein; aber die beiden Greise horchten andächtig darnach hin.

Es war ja Gertrud, die gelacht hatte.

Wie auf den ersten Frühlingsgesang der ersten Lerche, so horchten sie darauf.

„Sie hat die Kinder von den Turmwartsleuten bei sich,“ sagte der Rektor.

„Die Frau ist krank, seit der Geburt des Jüngsten, da holt sie sich die größeren Kinder, so oft sie kann. Und sie lernt und spielt mit ihnen, und flickt ihnen die Strümpfe und die Kittel.

Aber das alles hat sie seither so ernsthaft getan, sogar das Spielen; es kam alles wie aus einem tiefen Brunnen heraus. Es war nur, um etwas zu tun, nur um sich den Tag zu füllen.

Und jetzt hat sie gelacht. Es ist ein Gottessegen.“

Draußen ging der kurze Tag in die Dämmerung über. Es war ein absonderliches Wetter für den Anfang Dezember. Grauweiße, schwere Wolken hingen am Himmel, es konnten Schneewolken sein. Aber dabei strich ein lauer Wind durch die Gassen, und wenn er stillstand, dann war die Luft schwül, wie vor einem Gewitter.

Nun kam Gertrud herein. Ein pfeifender Windstoß fuhr mit ihr in die Stube und draußen schlug das Gangfenster klirrend zu. „Ich will die Kinder fortbringen,“ sagte sie.

„Es zieht ein Wetter herauf. Merkwürdig ist das: Morgen ist der zweite Advent, und heute streiten sich Sommer und Winter in der Luft.“