Er sprach unruhig, erregt, so, als ob unten in seiner Seele ein starker Wellenschlag wäre. Es wetterleuchtete in seinen Zügen von Glück und Not.

Und Fritz Hornstein sah ihn an und mußte ihn liebhaben trotz seiner Enttäuschung mit Gertrud Cabisius.

Einen Augenblick überlegte er auch, ob er nun nicht die Einladung des Rektors annehmen solle, ihn und die Enkelin einmal zu besuchen. Nun konnte er ja ruhig hingehen, er kam dort niemand ins Gehege. Aber dann schüttelte er den Kopf: „das ist keine von denen, die den Gegenstand vertauschen.“

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Als die Freunde auseinandergingen, war es spät in der Nacht. Sie waren schließlich im Dunkeln gesessen.

Nun, als er allein war, zündete Georg die Lampe an und holte ein kleines Bündel Briefe hervor. Nur ein kleines. Sie waren von Gertrud und sie hatte nur selten geschrieben. Lorens Briefe lagen daneben; viele kleine, leichte Blätter, oft nur halb beschrieben, hellfarbiges Papier, ein schwacher Duft von Maiglöckchenessenz kam ihm entgegen. Zwischen den zierlichen und oft ein wenig hüpfenden Buchstaben sah ihm ihr helles, lachendes Gesicht heraus.

Gertruds Briefe, ihre festen, weißen Bogen mit den klaren, geraden Schriftzügen, lagen so schlicht dabei.

Warum konnten sie nur nicht mehr miteinander gehen wie in der Kinderzeit, alle drei? Da stieß er die Schublade zu, daß die Lampe klirrte und setzte sich an den Tisch, um zu lesen.

Und wie er las, ein Blatt ums andere, da war es ihm, als ob er Gertrud von weitem sähe, wie sie abschiednehmend grüßte und mit der Hand winkte: nun ist es alles aus und vorbei.

Er versuchte, es nicht zu glauben, was Fritz Hornstein gemeint hatte.