„Ja, hab’ ich dir das nicht geschrieben?“ Lore streichelte Georgs Hand. „Er war beim Doktor für seine Frau, da besuchte er uns natürlich.“

„Ja, wir haben die Verwandtschaft ein bißchen gepflegt,“ sagte Müller Hensler behaglich, „nicht, Franz?“

Franz nickte. Er sah stark mitgenommen aus, trug sich etwas schlaff und machte einen älteren Eindruck, als es seine achtundzwanzig Jahre wollten.

„Müller Hensler war auch mit in Tübingen? Das habt ihr mir alles nicht mitgeteilt.“

„Ja du, du stecktest ja bis über die Ohren in deinen Arbeiten. Was hast du für Briefe geschrieben — hu. Ich traute mich nicht mehr mit so kleinen Ereignissen an dich heran.“ Lore machte ein trotziges Mäulchen. „Es ist nur gut, daß du endlich wieder einmal da bist.“

Da mischte sich Frau Maute wieder ein.

„Er hatte es schwer, der arme Franz. Es tat ihm gut, ein bißchen bei uns zu sein. Ich — wenn man selbst Mutter ist — aber nun wollen wir ihn wieder herauskriegen.“

„Mutter,“ sagte Lore, „da kommt jemand mit einem Kranz.“ Da enteilte sie und man hörte von draußen herein ihre klägliche Stimme, mit der sie irgend eine Teilnahmsbezeugung quittierte.

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Wenn jetzt Jungfer Liese dagewesen wäre. Wenn sie jetzt wieder Schlüsselbund und Geldtasche an sich genommen hätte, sie, die Getreue, die so ungern ihre beiden Franze, den alten und den jungen, aus ihrer Obhut entlassen hatte.