Der erschrak und das Herz klopfte ihm.

„Ach,“ sagte er unsicher, „das bist du? Bist du das und kommst zu mir? — Das kann ja doch aber nicht sein. Du bist ja doch gestorben.“ Da lächelte der Alte. Es war ganz sein stilles, feines Lächeln von einst; es ging aber über den ganzen Mann hin.

„Ja, gestorben, das nennt ihr so, weil ihr keine andere Bezeichnung wisset. Ihr sehet nicht so besonders weit hinaus, ihr auf Erden. Aber dafür könnet ihr nichts. Wir nennen das nur „sich verändern“, und ich habe mich verändert, das ist wahr. Und es ist gut so.

Aber davon wollte ich nicht reden. Ich wollte dich nur fragen: Hast du etwas gefunden?“

„Gefunden?“

„Ja, du wolltest ja doch das schönste Lied suchen, das, bei dem die ganze Welt mitsingt? Du bist doch noch auf der Suche?“

Da senkte Georg den Kopf in großer Traurigkeit.

Der Alte aber sah ihn immer an mit seinen ruhig betrachtenden Blicken.

„Was hast du denn für einen schweren Sack auf dem Rücken? Es rasselt darin und poltert, so kannst du ja nicht horchen.“

Das hatte der Jüngere selber nicht gewußt, daß er den Sack trug. Also daher kam der schwere Druck, den er empfand? „O, es sind nur Steine drin,“ sagte er. „Ich muß ein Haus bauen für Lore, sie sagt, ich habe es ihr versprochen. Ich habe es nicht so bedacht, daß ich das muß. Aber darum ist es nun doch so. Da muß ich jetzt die Steine tragen. Es ist schwer, ich kann mich nicht bei dir aufhalten. Horchen? Nein, horchen kann ich auch nicht.“ Aber der Alte wuchs so sonderbar. Er schien die Bäume zu überragen und seine Augen wurden immer leuchtender und durchdringender.