„Du,“ sagte er, „du Sonntagskind, du gehörst dennoch zu den Horchenden. Du mußt die Steine wegwerfen, du kannst jetzt kein Haus bauen. Das weißt du ja selber. Du mußt ja doch das Lied suchen. Du willst nicht, du mußt. Hörst du nicht, wie es klingt?“

Da zog eine ferne, leise Musik an ihnen vorüber und Georg horchte mit klopfendem Herzen.

„Das war’s, das ist’s.“ Aber als er aufspringen wollte, rasselten die Steine in dem Sack.

Und er warf sich vor Hollermann auf die Kniee und umfaßte ihn.

„Hilf mir,“ sagte er. „Du siehst mich durch und durch. Du weißt, wie es ist.“

Aber Hollermann sagte nichts mehr. Nur mit einer sonderbar linden, feinen Hand streichelte er den Knieenden, immer von der Stirn bis zum Nacken, daß es ihn durchrieselte wie von einer belebenden Wärme. Da wurde es ihm so leicht zu Mute, so leicht und frei.

„Ich will aufstehen und ihm nachgehen,“ sagte er.

„Ja,“ sagte Hollermann, „und da ist auch die Geige.“

Da sah Georg mit Staunen feine, silberglänzende Fäden, wie aus Mariengarn gesponnen, die gingen von seiner Brust aus und waren an den Bäumen und Sträuchern ringsum befestigt und Hollermann rührte daran, da klangen sie, teils stark teils leise.

„Ein Ton die Schuld, ein Ton die Liebe, ein Ton die Sehnsucht, ein Ton das Alleinsein, das große, herbe, ein Ton die Mühe — kannst du sie alle? Du mußtest sie alle erleben, um sie zu kennen.“