„Wenn sie eine Weile nachdenklich und ernsthaft ausgesehen hat, dann blitzt es in ihren Augen. Dann hat sie mich verstanden. Es ist eine Freude, das zu sehen, und eine Freude, sie zu lehren.“
Aber dahin wollte die Frau Rektorin den Wagen nicht lenken.
„Was?“ sagte sie. „Erzählst den beiden von den alten Griechen und Römern und von den Sagengeschichten. Ja, ich hab’ neulich zugehört; das von den Argonauten und vom goldenen Vließ. Und von Odysseus, dem ganz und gar durchtriebenen Lügner. Als ob du selber dabei gewesen wärst. Ist’s nicht genug, was sie in der Schule haben? Du gibst es ihnen wie ein Stück Leben.“
„Das hat dir auch gefallen, Anne.“
„Davon red’ ich nicht. Aber was soll das für ein Mädchen werden?
Frägt sie etwas nach hübschen Handarbeiten? Ist es ihr nicht einerlei, was für ein Kleid sie anhat? Ist das weiblich?“
Nun mußte er sie ausreden lassen, das wußte er.
„Setz’ dich, Anne,“ sagte er. „Komm, hier in deinen alten Freund, den Sorgenstuhl.“
„So, nun leer dein Herz aus.“
Es brachte sie aus dem Konzept, wenn er solchergestalt Edelmut übte. Sie mußte ihn dann immer ansehen. Ob er sich nun lustig macht? Die kleinen Fältchen um Mund und Augen zuckten wie von einer inneren Erheiterung. Und die Frau Rektorin wollte ernst genommen sein.