Einmal, da ging ich mit meiner Freundin, (du hast sie nicht mehr gekannt, sie hat vor mir geheiratet, nach Österreich hinein —) ja, also da ging ich mit ihr vor Tau und Tag hinaus. Wir wollten uns im Maientau waschen. Das taten wir alle Jahr einmal. Da steigt das lateinische Frauenzimmer in hohen Männerstiefeln und kurzen Röcken einher und watet durch Sümpfe und Gräben, und hat eine Blechkanne mit einem Henkel am Arm, darin sie das scheußlichste Gewürm sammelt.
Und grüßt uns noch freundlich, und hält mit der Hand, ja, mit der bloßen Hand, Mann, eine gelb und braun gestreifte Kröte empor, die glotzt uns dumm und breit an.“
„Das ist eine besondere Art, die ist hier herum selten,“ sagte sie.
„Und,“ schloß die Frau Rektorin ihre Geschichte, „jetzt frag’ ich dich, was hat das Kind, die Gertrud, das unser letztes ist“ — hier brach ihr die Stimme, — „was hat das mit Reiterstiefeln und Krötenfang zu tun?“
Denn sie wußte nun seit jenem Maimorgen eine Frau, die Latein konnte, nicht von diesem ihrem Schreckbild zu trennen.
„So lache doch nicht, Mann. Wirst du aufhören?“
Aber das war leicht zu sagen.
Sie lachte schließlich wider Willen mit, nur weil diesem Lachen niemand widerstehen konnte.
Aber dann trocknete sie sich ihr gutes, rundes Gesicht und sagte, daß ihr die Sache bitterlich ernst sei.
Da unterbrach er seine Wanderung und setzte sich zu ihr auf die Seitenlehne des Stuhls und war sehr ernsthaft und sagte: