»Dann komm, aber halt was du versprichst.«

Als die Mutter kam, fand sie eine helle Glückseligkeit: ihres Mannes Gesicht aufgeschlossen und gegenwärtig und die Kinder um ihn herum, wie die Honigbienen um einen Lilienstengel. Da fiel ihr ein Stein vom Herzen. »Er ist noch der nemlich’ gleich’,« sagte sie zu sich selbst und bot ihm seinen jüngsten Sohn dar, daß er ihn annehme und herze.

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Alte und heuerfahrene Leute sagen, es sei in langen Jahren nicht so gewesen, wie heuer, daß man das Heu in einem Tag fertig gebracht habe.

Die Sonne helfe schaffen, weil sie wisse, daß die Männer im Feld stehen fürs Vaterland, und weil unser Herrgott nicht zugebe, daß Deutschland verhungere. Auch keine Kuh und keine Gais im ganzen deutschen Vaterland.

Am Abend dieses Sommertages fuhr der Landwehrmann Johann Berner mit seiner Familie auf dem hochgeladenen Heuwagen in Hirzenbach ein. Als er es liegen sah im geschützten Tal, das Häuflein Häuser um die Kirche her, wie Küchlein um die Gluckhenne, und sah den Rauch aus den Kaminen aufsteigen, und die Kühe zur Tränke gehen an den großen Brunnen und die Kinder spielen auf dem Gänswasen, da ergriff ihn aufs neue das große, andächtige Staunen, das in den letzten geschäftigen Stunden ein wenig geschlafen hatte:

Daß da Friede war und unversehrtes Daheimsein. Nirgends auf den Bergen standen Geschütze und richteten ihre drohenden Schlünde gegen das Tal, nirgends brannten Gehöfte und lagen Häuser in Schutt und starrten Heimatlose auf den Fleck, wo sie glücklich gewesen waren.

Nirgends war der fruchtbare Boden umgegraben, in Gräben und Wälle verwandelt, und sperrten Drahtverhaue den Weg.

Die Abendglocke auf dem Turm hob ein sanftes Läuten an, das hallte friedlich durch das Tal. Da sprangen die Kinder vom Spiel weg den Häusern zu, wo ihre Mütter auf sie warteten.

An solchen Dörfern vorbei und an arbeitsamen blühenden Städten war er gestern den ganzen Tag gefahren, wie im Traum.