Mein Tyras ist am selbigen Morgen nach der unruhigen Nacht heimgekommen, matt und müd und ganz still. Von mir hat er gar nichts gewollt, es ist gewesen, als ob er sein Sach hätt’ ganz allein erleben müssen, weil wir zwei nicht haben miteinander hören und riechen und fühlen können.

Er hat’s damals schon gewußt, sag’ ich.

Vielleicht hat er ihn rufen gehört, oder was weiß ich?

Er hat mich manchmal so angeguckt, als ob er sagen wollte: das muß man noch erfinden, daß wir miteinander reden können; vorderhand hat’s keinen Wert, wenn ich mich mit dir abgebe, denn du verstehst mich ja doch nicht.

Jetzt ist mir’s immer, der Tyras sei noch näher verwandt mit meinem Kleinen, als ich.

Ich sag’ bloß, es gibt Sachen. Sachen gibt es –« – – – –

In die entstandene Pause hinein sagt eine junge Knabenstimme:

»Der, wenn er mit in den Karpathen gewesen wär’, der hätt’ ihn gefunden.«

Ganz begeistert sagt es die junge Stimme. Sie gehört dem Kriegsfreiwilligen Rau, einem frischen, blonden Buben, den die Kameraden mit einer gewissen Zärtlichkeit »Bürschle« heißen.

Er steckt in Gips bis über die Hüften, aber er ist vergnügt, daß er wenigstens die Hände frei hat. In den Händen hat er immer entweder eine Mundharmonika oder einen Band Gottfried Keller.