Der Fährgast lächelte groß und gut.

»Sag’ nur du zu mir. Alle Welt sagt du zu mir.«

Da merkte sie auf einmal, daß sie den lieben Gott bei sich im Nachen hatte, und ein solches Staunen und eine solche Ehrfurcht ergriff sie, daß sie die Ruder fallen ließ mitten im heftigsten Fahren und anfing zu beten. Aber kaum hatte sie angefangen, so erwachte sie und hörte sich noch sagen: »Ach du Herr und Gott, in die ewige Sockenstrickerei kann ich mein Herz nicht hineinlegen.«

Als Jungfer Christiane ihren Traum so weit überdacht hatte, was bald geschehen war, da er kurz und ohne Verwicklung geraten war, spann sie den Faden, dessen Anfang dort hinein ging, aus ihrem Herzen heraus weiter.

Wenn sie nicht des Glaubens gewesen wäre, daß der Herr so wie so das Herz ansehe, es hätte sie reuen können, daß die Fahrt gar so kurz und das Gespräch abgebrochen war, ehe sie recht nach der Schnur alles hatte sagen können, was auf ihr lag. Denn sie machte viel mit sich durch die Zeit daher, es hätte ihr gut getan, es einmal herauszureden.

»Er wird jetzt sein Teil über mich denken, daß ich so herausgeschwätzt habe,« dachte sie bei sich selbst.

»Wenn eins auch vorbereitet wäre, man könnte sich die Sache besser überlegen.

Ich hätte sagen können, daß es mir schwer fällt, daß ich kein Eigenes im Krieg habe. Daß niemand ist, um den ich Sorgen und Angst haben und auf den ich stolz sein kann.

Oder auch hätte ich sagen können, was ich die Zeit daher immer denke, wenn ich am See draußen sitze: ich sehe einen großen Strom vor mir, der ist aus lauter Herzblut zusammengesetzt. Die einen werfen sich selber hinein, ihr Leben oder ihren gesunden Leib, und viel, viel Mühe und Last, die sie tragen in Hitze und Frost, in Hunger und Durst und Wachen und Feuer und Getöse. Und die anderen geben ihre Liebsten her, ihre Männer und Brüder und Söhne, die wissen sie immer in Gefahr und Not bei Tag und Nacht. Wenn die Sonne scheint und wenn es regnet und stürmt, dann horchen sie hinaus ins Feld, wie es auch draußen sei; und wenn es läutet auf den Türmen, weil ein Sieg gemeldet ist, so greifen sie zuerst nach ihren Herzen, da fährt ein Schwert hindurch: ob die Unsern dabei gewesen sind? und ob sie noch leben?

Und wenn einer das Eiserne Kreuz hat oder hat sich sonst tapfer gehalten, so gehen die Seinen aufrecht einher und sind froh und stolz.