Die Schwester nickte ihm gut zu, mütterlich. Sie hatte die letzten schweren Tage mit ihm durchlebt, er hatte ein Zutrauen zu ihr.
Sie hätte ihm sagen können: »Nein, es geht nicht aufwärts. Es ist die Stille vor dem Sturm,« oder so etwas.
Aber das tat sie nicht. Wo sollte sie den Mut hernehmen, ihm die leichte, linde Sonnenstunde zu verkürzen?
Ein paar Leute gingen auf dem schmalen Fußweg in der Nähe vorbei, Touristen.
Man hörte sie reden und sah ihre Kleider, ihre leicht ausschreitenden Füße.
»Sind das Verwundete da drüben?« fragte einer. »Die Soldaten dort?«
»Nein, es sind nur Kranke,« sagte der andere.
Dann waren sie vorüber.
Die Schwester sah ihren Kranken an. Der lächelte, ein wenig bitter zwar, aber er lächelte doch.
»So etwas hätte mich früher rasend gemacht,« sagte er. »Nur Kranke! Ach was, was wissen denn die? Am besten, man ist ganz still. Man kann’s ihnen doch nicht in die Ohren schreien, was man durchgemacht hat. Ein Fuß weg oder ein Arm – es braucht nicht einmal so viel zu sein – allen Respekt – aber krank, das kann doch jeder werden, das ist noch lang nichts. Na« – er machte eine wegwischende Handbewegung.