Die Schwester rückte einen Lehnstuhl her.
»Die Nachtwache kommt von Zeit zu Zeit herein,« sagte sie. »Wenn Sie etwas brauchen, so läuten Sie nur. Wollen Sie denn aber wirklich dableiben?«
Ja, ja, natürlich wollte sie.
Da tat die Schwester einen langen Blick über ihren Kranken hin, weil sie nicht wußte, ob sie ihn am Morgen wieder finde.
Sie sah aber, daß hier nun dennoch der Arm voll Freude für ihn war, den sie ihm gewünscht hatte. Und sie machte ihre Hände wieder auf und ließ die liebe Sorge der Frau, die bei ihm war.
Da waren ja auch noch andere, die ihrer bedurften.
Es kam sie aber nicht ganz leicht an. Denn eine Schwester hat auch ein menschliches Herz, sozusagen.
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Jungfer Christiane saß in dem Lehnstuhl, hatte Filzschuhe an und ein Tüchlein um den Kopf gebunden. Denn die Nachtluft wehte kühl herein und das Fenster mußte weit offen sein, sonst konnte der Kranke nicht atmen.
Das Herz wollte nicht mehr recht, die Lunge auch nicht. Wenn der kühle Strom über ihn hinging, so täuschte der ihm unermeßliche Luftreichtümer vor.