Jungfer Christiane kam jäh zu sich an einem Stöhnen, das in ihr Ohr drang und sah ein hilfloses Leiden neben sich.

Ein Gesicht voller Angst und Grauen, ein stürmisch schlagendes Herz und ein kämpfendes Atmen.

Das war erst so recht das Leiden und das heftig sich wehrende Leben. Was sie bislang gesehen hatte, war eine sanfte Pause gewesen, eine kleine freundliche Insel, an der das Schifflein ausruhend angelegt hatte, eh’ es der Strommündung entgegenfuhr, die es in ihre brausenden Wirbel zog.

Sie wollte läuten, die Nachtwache rufen.

»Nein, laß,« keuchte er. »Es läßt nach – es ist im Schlaf gekommen – es ist immer so. – Ich muß dich etwas fragen – sobald ich’s kann. Bleib’.«

Da setzte sie sich wieder nieder und sah hilflos zu, und spürte auch selber ihr angstvoll klopfendes Herz, das mitfühlte, als ob ihr ein leibliches Kind litte.

Nach einer Weile wurde es ruhiger. Die krampfhaften Züge lösten sich in einer großen Mattigkeit, alles war schlaff und lapp und große Schweißtropfen standen auf der blassen Stirn.

Die trocknete sie ihm sorglich ab.

Draußen standen in hoher, stummer Herrlichkeit die Sterne am Sommernachthimmel. In den Föhren rauschte es, es hätte können auch ein Wasserrauschen sein für einen, der es in sich hatte, nach einem Wasser hinzuverlangen.

»Ich meine, ich höre den See,« flüsterte geschlossenen Aug’s der Kranke.