Die Villa lag oben gegen Sant Ilario hin. Sie lag in einem großen Garten und der Garten erstreckte sich bis ans Meer. Man war gewissermaßen noch im Garten, wenn man hier auf dieser Klippe stand. Denn man kam durch ein Mauerpförtchen auf den Felsen und auf die Klippen heraus, niemand konnte sonst daheraus kommen, als die Gäste der Villa. So war es begreiflich, daß Schwester Clementine sich hier als Gastgeberin fühlte, auch in bezug auf das Meer, das man von ihren Klippen aus sah.
»Nicht wahr?« fragte sie und wies über das Meer hin und hatte ein ermutigendes Lächeln und Zunicken für ihn.
Da verstand er, daß er nun etwas Bewunderndes sagen sollte. Aber das konnte er nicht. Er fühlte sich bedrückt und klein, sonst nichts. Das da draußen, das war ihm so fremd und so groß. Und er sagte etwas kleinlaut, daß er den Eindruck noch nicht recht bewältigt habe, er könne noch nichts darüber sagen.
Da meinte sie, und sagte ihm das auch mit einem immer noch gütigen Lächeln, daß er wohl stark in den Nerven herunter sei, denn sonst hätte er doch wohl Augen für die Schönheit des Meeres. Aber das werde ja noch kommen.
»Das hoffe ich auch, Frau Gräfin.«
Und sie sagte, daß er sie nur Schwester Clementine nennen solle, denn das sei sie hier, und für die Patienten vor allem, und sie habe nun zu tun und müsse ins Haus zurückkehren, sie habe ihn nur begrüßen wollen und sie wünsche, daß er sich hier gut erhole.
»Ja, das hoffe ich auch, Frau – Schwester Clementine.«
Da ging sie mit einem anmutigen Neigen des Kopfes davon. Er sah sie noch die Stufen hinansteigen, fein und schlank und vornehm. Sie war eine deutsche Gräfin, aber das wollte sie ja hier nicht sein. Sie war es aber dennoch, das ließ sich nicht ändern, und es zeigte sich auch in dem gütigen Lächeln und in allen ihren Bewegungen.
Da wandte er sich wieder dem Meere zu. Daran hatte sich inzwischen nichts geändert, es rauschte noch ebenso grau, groß und schwer ans Ufer heran, wie zuvor. Er wurde nicht eher damit fertig, als bis er das, was ihm so gewaltig auflag, in Worte faßte, die freilich nur ein Stammeln von etwas ganz Großem waren. Aber das schadete ja nichts, er fühlte sich dennoch befreit durch diese Verse:
»Da ist es nun. Und ich, ich steh daran,