»Heim, wo ist das?« Sie riß die Augen mächtig auf.

»Heim ist in Deutschland, am Neckar und am Rhein und im Schwarzwald, und auch in Bühringen.«

Denn Bühringen lag im Schwarzwald.

»Da haben sie ihre Nester an den Häusern unter den Dächern.«

»Ja, du, Holder, bei uns auch, am Stall und an der Waschküche. Der Andres hat gesagt – mhm, man dürfe sie nicht fortjagen und die Katze dürfe sie nicht fressen, weil es Schwalben sind.«

»Und als sie mich gesehen haben, da haben sie angefangen zu schwatzen, alle durcheinander.«

»Was haben sie denn gesagt?«

»Sie haben gesagt: ›Wir sind so froh, daß wir heimkommen. Daheim, da fangen jetzt die Bäume an zu blühen, und der Schnee ist fort, und es gibt Veilchen, und viele tausend Mücklein fliegen in der Sonne herum, die fangen wir alle.‹ Da habe ich gesagt: ›Nehmet auch einen Gruß mit an Ellens Papa, weil er so allein ist, und sie komme bald nach, sie wolle dann mit ihm Maiblumen holen im Bühringer Wald, die seien jetzt bald offen.‹«

Sie nickte ernsthaft mit dem Kopf und ihr glückliches Gesichtlein beschattete sich.

Er kam sich schändlich vor. Mußte er denn mit Gewalt das Heimweh heraufrufen, das ein wenig geschlafen hatte? Er meinte freilich, dieses Heimweh gehöre gar nicht anders kuriert als durchs Heimkommen.