»Ach,« sagte sie, plötzlich seufzend, und ließ sich ihm gegenüber auf der runden Steinbank nieder, »es ist nicht immer leicht, gut zu sein.«
Was war das nun wieder?
»Ihnen fällt es wohl immer leicht? Sie sind so ernsthaft und pflichtgetreu und gehen so geradeaus Ihren Weg. Man könnte Sie beneiden.«
»So, woher wissen Sie denn das?« Er fragte es fast grob.
»Ach, das sieht man doch. So – so unverdorben und so geordnet.«
Es ärgerte ihn, denn gar zu tugendsam wollte er doch auch nicht erscheinen, obgleich nichts gegen ihre Worte zu sagen war.
»Das bin ich nun leider nicht,« seufzte sie.
»Aber ich kann auch nicht anders sein, als ich bin.«
So? er hatte schon lang einiges gegen sie in sich angesammelt. Es konnte eine schöne Rede geben, wenn er sie losließ. Das wäre ja recht bequem, einfach: ich kann auch nicht anders sein – er fing an, sich zu besinnen, wie er anfangen wollte, da sagte sie, als habe sie seine Gedanken gelesen:
»Nein, nein, Sie müssen nichts sagen, Sie kennen mich nicht genug dazu. Sehen Sie, das Kind hat recht, Sie haben wirklich etwas von meinem Mann. Nun machen Sie dasselbe Gesicht wie er, wenn er unzufrieden mit mir ist. Dann liebe ich ihn gar nicht.«