Ich nannte Irland, aufs Geratewohl.
Irland war wie eine große, leere Urne, in die man viel hineinlegen konnte, wenn es wirklich dazu kommen sollte. Im übrigen hatte es ja gute Weile.
So kam der Sommer. Es kam der Krieg. Und jene Tage innerster Abkehr und Zerfallenheit, da sich der einzelne einer Abgegrenztheit überwiesen sah, unentrinnbar wie die des Sarges, da er sehen mußte, wie er dem Untergange standhielt und ein imaginärer Halt noch der sicherste schien.
In jenen selben Tagen kam ein Brief, um mich an den vergessenen Vortrag zu erinnern.
Nein.
In Anbetracht der Ereignisse sei ein anderes Thema gewiß vorzuziehen, schrieb der Major Nicolai. Und hatte ich meine Wahl getroffen?
Aber ich hatte keine Ahnung und stellte eine Bedenkfrist, indessen rückte der Major ins Feld. Es war ein anderer Herr, der sich eine Weile später nach meinen Beschlüssen erkundigte. Dieser setzte nach Art der neuen Besen gleich viel geschäftiger ein und bedeutete mir, daß zwar in Anbetracht des Krieges die meisten Vorträge in diesem Winter ausfielen, er aber . . . ich aber . . . mein Vortrag aber . . . und es folgte wieder die ergebenste Frage nach meinem Thema.
Ich hatte mich jetzt besonnen und schrieb zurück, daß es besser wäre, wenn er unterbliebe; denn wenn ich spräche, so könnte ich nur von dem Konflikt derjenigen reden, welche außerstande seien, sich in die Tatsache des gegenwärtigen Krieges zu finden. Sonst hätte ich auf der Welt nichts zu sagen, was von genügendem Interesse wäre.
Jetzt erst kam Tempo in die Unterhandlung.