„Du weißt,“ fügte sie, nur um etwas zu sagen, schnell hinzu, „meine Pläne sind immer sehr unentschieden, ich weiß nie, was ich morgen tue, ich armes Kätzchen.“

„O, du bist gar kein armes Kätzchen!“

„Was? Ich tu dir nicht einmal leid?“ fragte Mariclée, die jetzt um jedes andere Thema froh war.

„Du tust mir kein bißchen leid, ich finde dich sehr beneidenswert.“

Mariclée riß die Augen auf.

„O bitte,“ sagte sie fast beleidigt, „so beneide mich halt. Aber du bist nicht anspruchsvoll, das muß ich schon sagen. Und um was, wenn ich fragen darf? Um die ganze Liste von Dingen, die mir versagt sind?“

„Vielleicht,“ entgegnete die andere, „ja vielleicht. Die anderen sind alle so absolut abhängig von diesen Dingen und du bestehst nicht nur ohne sie, nein, du bringst es sogar fertig zu balanzieren.“

„Was bleibt mir übrig,“ seufzte sie, „vom Seil zu stürzen, oder darauf zu tanzen.“

Aber die andere schüttelte den Kopf. „Was soll man dir wünschen?“ fragte sie. „Was möchtest du eigentlich?

„Nichts,“ sagte Mariclée, plötzlich sehr ernst geworden. „Nichts, denn ich möchte alles und es würde mir nicht genügen, es zu haben, sondern ich möchte es behalten. Aber mein Bewußtsein der Zeit ist so akut, daß ich sie immer höre, und wie mit hundert Augen überall sehe, wie alles der Reihe nach, ihrer Strömung weicht und von ihr fortgerissen wird, so daß ich mich schon fragte: wie halten es die Glücklichen aus?“