Was hinter diesen weitgeöffneten Augen vorgegangen war, wusste ich so wohl, der schon wie eingefallene Mund, warum er so bitter geschlossen war, das herabgezogene Kinn, der zurückgehaltene Grimm. — Und dabei war mir’s als erschaute ich das Selbsterlebte nun zum erstenmale.

So blieb ich vor dem Spiegel gebannt, bis meine Augen sich verkleinerten und die Farbe, als sei nichts geschehen, sich allmählich wieder einstellte. —

Der Raum, in dem ich mich befand, war ein kleines Durchgangszimmer, und die Begebenheit so einfach und natürlich!

Es hatte hier jemand eine Schachtel Streichhölzer vergessen. Weiter nichts!

Es war eben jener blinde und hundertäugige Zufall, jener unberechenbare Stern, der über unser Leben waltet und es erhält oder vernichtet.

Den Schlüssel, die Thür und den Weg ins Freie hatte ich nun bald gefunden; wieder hinab in das rege Paris.

Die Boulevards schimmerten im Abendrot, und die Knospen der Bäume waren nach dem Regen hold geschwellt.

DER FROSCH.

Ein Frosch sass im nassen Grase, befriedigt und wohl aufgeblähet, denn er hatte eben gespeist, und da ihm das Verschmauste wohl bekam, so fühlte er sich nicht ungeneigt zu philosophieren, zwinkerte behaglich mit seinen feuchten Augen und dachte:

»Was ist doch die Welt so seriöse! — und machen sie alle so fatale Mienen, statt das Leben frisch zu nehmen wie es ist! Ich bin zufrieden, und mir geht es gut; auch nehme ich die Dinge wie sie kommen!«