Und obwohl er schon zu viel gegessen hatte, schnappte er noch im Übermute nach einer Fliege, die des Weges flog, und verzog dann sein breites Maul zu einem superiorem Lächeln: Es war doch wirklich alles zu dumm!
So hockte er froh an des Teiches Rand, blickte in die laue Luft und hiess die Weltordnung gut. Libellen hingen und schwirrten, dicke Waldschnecken schleppten sich fort, ein Vöglein jammerte und eine hagere Katze schlich umher. Alles beobachtete und genoss der Frosch als heitrer Skeptiker und Bon-vivant und plumpste dann wieder in den Teich.
Von Tag zu Tag aber gedieh er, zum Verderben zahlloser Mückchen, die enthusiastisch in der Sonne schillerten. — Kein Wunder, wenn sich der Frosch da »hatte« und seine Lebensanschauung sich zu einem immer insolenterem System abrundete!
Und unumwölkt floss sein Dasein dahin, denn jeder ist selbst seines Glückes Schmied.
ADAM UND EVA.
Die Nacht senkte sich vor der Vertriebnen Augen, und nach harter Tagesmühe ruhten sie.
Trauer umfloss der Gefallenen Antlitz, und ob des Menschengeschlechtes drang eiserne Schwermut auf sie ein. Keine Thräne hatte noch das Weib; es barg und vertiefte sich das Weh der Erde in ihrem Schosse zur Melancholie, und wortescheu verblieb der Mann, als er sich hingewiesen sah an die harte, unbekannte Scholle, an die unerbittliche Sonne und dem süssen Mond; aber der Welt Zukunft und Not starrte in seinem Geist.
Dies Paar, ach! war der Atlas!
Das Echo seiner Qual durchdrang den hellen Sinn der Griechen, und eine Weltkugel wälzten sie dem GOTTE auf die Schulter, allein ein Menschenpaar ist es gewesen, das einst die Last des Werdens kostete und trug.