„Nun?“ fragte Kapitän Mors mit eiserner Strenge, während seine durchdringenden Augen auf den Leuten hafteten. „Wie kommt Ihr denn hierher? Was hattet Ihr am Strande meiner Insel zu tun?“
Kapitän Mors hatte die Leute französisch angesprochen und sah sofort, daß er verstanden wurde.
„Ja, was können wir dafür,“ erwiderte einer der Männer, der jetzt das Wort ergriff und den die andern wohl stillschweigend als den Sprecher betrachteten. „Wir sind Matrosen und Mechaniker, wir mußten gehorchen. Wir haben gar keine Ahnung gehabt, um was es sich handelte, als wir von Saigon hierher beordert wurden. Unsere Offiziere, die haben es freilich besser gewußt, sie hatten geheime Befehle empfangen. Aber die Offiziere sind tot. Als das Unterseeboot gegen die Felsen stieß, wurden sie, da sie sich im vorderen Räume nahe der Torpedokammer befanden, buchstäblich zerquetscht. Wir befanden uns im Achterteil des Fahrzeuges und konnten uns, da der Metallrumpf auseinanderklaffte, im letzten Moment auf die Klippe zu retten.“
„Wie hieß das Fahrzeug?“ fragte Kapitän Mors.
„Der „Fliegefisch“,“ schallte es zurück. „Das Unterseeboot gehörte zur Flotte, die die Häfen Tonkins besetzt hält, dort war die Order gekommen und da wurde der „Fliegefisch“ in die Südsee dirigiert. Wir sind hier schon eine Woche herumgefahren, ehe uns das Unglück ereilte.“
„Das war also das seltsame Licht,“ murmelte Kapitän Mors. „Dies rührte vom Unterseeboot her, das zur Spionage abgesandt worden war. Also hatten es auch mal die Franzosen auf mich abgesehen. Nun, es ist ja ein vergebliches Bemühen. Die Offiziere des Unterseeboots sind tot und die gerettete Mannschaft kann nicht dafür, daß die Vorgesetzten das Fahrzeug an diese Küste schickten. Was soll ich mit den Leuten anfangen? Gesehen haben sie nichts. Ich hätte fast Lust, sie mit einem Eingeborenenboote über kurz oder lang nach Australien zu senden. Aber, das ist auch eine zweifelhafte Sache. Weiter hinten wohnen noch kannibalische Stämme, da könnten die Leute in die Hände der Menschenfresser fallen.“
Star trat heran.
„Freilassen dürft Ihr sie nicht, Kapitän,“ flüsterte er. „Wenn sie auch nicht viel gesehen haben, können sie doch über manches, was hier auf der Insel vorgeht, Auskunft geben. Ihr wißt ja, was Ihr gesagt habt, wenn ein Fremdling die Insel betritt, so bleibt er zeitlebens ein Gefangener.“
„Nun, das werden wir sehen,“ meinte Kapitän Mors. „Vorläufig kann ich noch keine Entscheidung treffen. Die Männer werden aufs schärfste bewacht, sonst aber mit allem versehen, was sie nur bedürfen. Das Haus hier werden sie unter keinen Umständen verlassen, wenigstens nicht ohne meine Erlaubnis.“
Damit wendete sich Kapitän Mors zur Tür.