„Brahma wird uns mit offenen Armen aufnehmen,“ sprach er zu den Indern, die ihm willig zuhörten. „Die Gottheit wohnt hinter diesen Felsen, denn es sind die heiligen Tempel, die den Göttersitz umgeben. Wir wollen ihnen nahen und dann sind uns die ewigen Freuden beschieden. Das Geschick hat uns hierhergeführt, wo Brahma auf uns wartet.“
Es waren freilich nur wenige der Männer, die so fanatisch veranlagt waren, daß sie alles, was der ehemalige Priester sagte, für volle Wahrheit nahmen. Die anderen mochten freilich noch einige Zweifel hegen.
Darum kümmerten sich aber diejenigen, welche an das Paradies glaubten, nicht im mindesten und waren fest entschlossen, die ewigen Freuden zu erringen.
Aber dazu gehörte noch eins. Man mußte dem mächtigen Gott Brahma ein Opfer bringen.
Der ehemalige Brahmanenpriester wußte auch hier Rat. Er kannte die ganzen alten Bücher und heiligen Schriften, nämlich die sogenannten Veden.
Da erzählte er den Männern, die seinen Worten wie einem Evangelium lauschten, folgendes:
„Es war einst ein Brahmane, der wurde durch einen Zufall mit einem Schiff auf das Meer geführt. Dort entstand eine ungeheure Windhose, die das Schiff in die Höhe riß und es nach langer, langer Fahrt nach dem Lande der Glückseligkeit brachte. Das ist dieses Land hier gewesen.“
Die Worte des Mannes verrieten freilich, daß er wenig von der Beschaffenheit eines Weltenfahrzeuges wußte, denn man hätte fragen können, wie diese Kunde von dem Ereignis auf die Erde gekommen war.
Aber danach fragten die Inder nicht, denn ihre alten Ueberlieferungen galten ihnen als etwas, an dem nicht gezweifelt werden durfte.
„Ja, sie gelangten nach jenem Lande,“ fuhr der Brahmane fort, „und als sie da ankamen, erkannten sie, daß sie sich im Reiche der Gottheit befinden mußten. Sie wollten Brahmas Paradies nahen, aber die Dampfwolken versperrten ihnen den Weg. Da gedachten sie einer alten Vorschrift unserer heiligen Bücher und sie opferten ein Weib, welches sich bei ihnen befand. Und so wie das Blut dieses Weibes den heiligen Boden tränkte, wichen die Dämpfe und die Männer gingen in das irdische Paradies, wo sie mit Jauchzen und Frohlocken empfangen wurden.“