Ihr Stammschloß war Kauffungen, ein Rittergut im Königreich Sachsen, im Leipziger Kreisdirectionsbezirke im Amte Borna, entfernt vom Amtsbezirke, mitten im Schönburgischen, auf der rechten Seite der Mulde, Wolkenburg gegenüber, 1½ Stunde südlich von Penig entfernt gelegen.

Tunzold von Coufungen (der Obige) ein Ritter, aber doch nur des Unarc von Waldenburg Castrensis, verkaufte 1298 an jenes Kloster Nauenhain bei Geithain.

1357 schrieben sich Kunz und Heinrich von Kauffungen auch Herren zu Waldenburg und mögen diese Herrschaften wohl unterpfändlich besessen haben. – Dietrich von Kauffungen auf Brane (Mittelfrohna?) war 1357 einer der vornehmsten Zeugen bei dem vom Chemnitzer Kloster geschlossenen Kauf der Herrschaft Rabenstein; auch erscheint 1411 Jost von Kauffungen als Schiedsrichter zwischen dem Kloster Remsa und den Dynasten von Schönburg. In Remsa ruhen auch noch mehrere Kauffungen z. E. obiger Tunzold, der es mit 400 Fl. dotirte, wofür es 9 Scheffel Zins vom Glauchauer Stadtrath erkaufte. 1444 stiftete, Erich, Dietrich und Hanns v. Kauffungen eine Vicarie beim Remser Magdalene-Altar, welche der Abt von Bürgel zu conferiren bekam, die aber 1469 vom Naumburger Bischof zur Georgenkirche im Dorfe Remse geschlagen wurde. 1493 verkaufte Jobst von Kauffungen einige Güter an die Anna von Schönburg. Das Geschlecht besaß auch Kirschbaum (ohne Zweifel im bair. Voigtl.) und starb nicht schon mit dem Prinzenräuber in Sachsen aus, sondern erst 1585 mit Haubold von Kauffungen zu Chemnitz. Des Prinzenräubers Verwandte galten alle für Ritter von ächtem Schrot und Korne. Kunzens Gemahlin war eine geborne Anna von Einsiedel, Schwester Hildebrands von Einsiedel, der Hofmarschall des Kurfürsten Friedrich d. Sanftmüthigen war. Sein Bruder Dietrich von Kauffungen, war ein angesehener Ritter im Osterlande, seiner Mutter Bruder war Caspar von Schönberg, Bischof von Meißen. Kunzens Schwester heirathete einen aus dem Geschlechte derer von Schleinitz, dessen Sohn hieß Hugold oder Haubold von Schleinitz,[71] und die Herrn von Schönberg auf Sachsenburg Frankenberg waren seine nächsten Vettern.

Uebrigens, daß der Prinzenräuber das Rittergut Kauffungen wirklich besessen, zeigt sein Schein über den Interimsbesitz vor Schweikartshain. Außerdem besaß er Kahlenberg, Kohren, Eisenberg oder Isenburg in Böhmen, und nach einigen Geschichtsforschern die kleine Burg Streitwald bei Kohren.

Kurz vor dem Prinzenraube war er bei Friedrich V. von Schönburg zu Gaste; denn unter den Zeugen von dessen Contracte mit Elisabeth, Herrin von Gitschin kommt auch Kunz von Kauffungen auf Eysemberczie vor.[72]

Kunzens Söhne waren kurz vor dem Prinzenraube nach Böhmen gebracht worden, wo sie später in den Besitz des vom Vater erkauften Schlosses Isenburg kamen.[73]

Kunzens Vetter, Hans von Kauffungen und dessen Söhne: Haubold und Jost, wendeten sich kurze Zeit nach dem Prinzenraube ebenfalls aus den sächsischen Landen, und es bekannte Hans von Kauffungen, daß er seine Besitzungen, Wolkenburg und andere sich von dem Kurfürsten »geurlaubt« zugleich auch versprochen habe, für sich und seine Söhne nie wider den Kurfürsten zu handeln; eben so sagte er sich von aller Geldschuld los, die er etwa noch an den Kurfürsten zu fordern haben könnte. Dieß Versprechen bekräftigten Vater und Söhne Kauffungen durch einen Eid, und stellten darüber eine Urkunde den 7. Novbr. 1455 zu Grimma aus, im Beisein mehrerer hohen Beamten z. B. Hildebrands von Einsiedel und anderer Räthe. Ob ein Zusammenhang hinsichtlich der in der Urkunde berührten Thaten Kunzens auch mit diesem Kauffung stattgefunden, ist zweifelhaft und eher zu verneinen; daß der Kurfürst auch hierbei den Namen des Sanftmüthigen gerechtfertigt, und ob die Urkunde, und was sie bezeugt, so ganz das Ergebniß des freien Willens der Aussteller war, darüber ist ein Bedenken nicht zu entfernen.[74]

In Schlesien hat die Familie von Kauffungen, wie ein Denkmal an der Außenseite der Hauptkirche zu Goldberg[75] ausweist, noch im 17. Jahrhundert geblüht; doch dürfte dieß ein anderes Geschlecht sein, als das sächsische, da auch bei Hirschberg[76] ein (2 Stunden langes) Dorf Kauffungen[77] (mit 9 Rittergütern) liegt, so wie ein Flecken Kaufungen in Kurhessen[78], woher einige Geschichtsforscher das sächsische Geschlecht leiten wollen.

c.) des Köhlers Georg Schmidt Familie nach dem Prinzenraube.

Die Nachkommenschaft des Köhlers Georg Schmidt führte, was schon im Laufe der Geschichte des Prinzenraubes auseinander gesetzt worden ist, den Namen Triller. Mancher von dieser Familie gelangte zu großen Ehren, vorzüglich Caspar Triller, welcher eine mühsame Genealogie des Trillerischen Geschlechts schriftlich hinterließ, die er 1539 angefangen und bis 1612 fortgeführt hatte. Diese Schrift führt Triller in seinem sächsischen Prinzenraube an, indem er sie selbst aus den hinterlassenen Schriften Caspar Trillers hat. Er sagt: daß er in Sangerhausen, wo er in der St. Ullrichskirche begraben liegt, ansehnliche Vermächtnisse gestiftet habe, unter andern hätte er den Trillerschen Tisch im Convict auf der Universität zu Leipzig gestiftet, auch wäre er mit seinem Bruder Michael am 28. Jan. 1592 vom Kaiser Rudolph in den Adelstand, mit Schild und Helm versehen, erhoben worden.