[38] In Schmiedts Zwickauer Chronik, pag. 444 wird deswegen die Ablieferung nach Zwickau behauptet, weil er als Hauptmann (Amtshauptmann) zugleich Klostervoigt zu Grünhain, und der Klosterhof zu Zwickau, die Klostervoigtei gewesen sei und die Markgrafen zu Meißen, nachher Kurfürsten zu Sachsen, hätten durch ihre Hauptleute zu Zwickau immer die Voigteigerechtigkeit verwalten lassen.
[39] Diese wurde erst im Jahre 1821. eingerissen und das jetzige Amthaus dafür erbaut. Bis dahin existirte aber noch die Fürstenstube oder der Fürstensaal in dieser Schösserwohnung, in welcher, der Sage nach, Prinz Albrecht geschlafen hat.
[40] Eisenburg ist eine ehemalige Burg im Zwickauer Kreisdirectionsbezirk, in der schönburgischen Herrschaft Stein, im Amte Lößnitz, ½ Stunde südl. von Hartenstein auf dem linken Ufer der Mulde, im Steinschen Walde gelegen. Es sind von derselben nur einige Ruinen übrig, und unter dem Namen des Raubschlosses bekannt. Der Eisenburg gegenüber führt durch die Mulde der sogenannte Eisenfurt und nicht weit davon befindet sich die Eisenbrücke, beide von den Eisenfuhren so genannt, die sonst häufig zwischen Lößnitz und Schneeberg verkehrten. Man vergleiche C. G. Grundigs Nachrichten von dem in der Herrschaft Stein ehemals gelegenen Schlosse Eisenburg. (in Kreißigs Beitr. II. pag. 378–391.) In Schumann a. a. O. Band 15. pag. 569. steht geschrieben: »Es unterliegt wohl keinem Zweifel, daß Mosen den Kurprinzen Ernst hierherbringen wollte, vielleicht gar aus Mißverständniß, da Kaufungen ihn vielmehr nach Eisenberg in Böhmen geschafft wissen wollte; denn wie sollte Mosen außerdem in die Gegend der sogenannten Prinzenhöhle gerathen sein? Nach der Volkssage war damals die Mulde so angelaufen, daß Mosen sich nicht hinüber wagte, und sich lieber in den erwähnten Stollen (Höhle!) verbarg. – Nach Grundigs Meinung wäre die Eisenburg ums Jahr 1060 erbaut, und von jeher ein Zubehör oder eine Vorpost vom nahegelegenen Schlosse Stein gewesen.« –
[41] Die Höhle hieß früher die sogenannte Teufelskluft, die aber seitdem Prinzenhöhle genannt wird.
Nach Engelhardts Denkwürdigkeiten der sächs. Geschichte, Theil 1. pag. 83. befindet sie sich: »am rechten Ufer der Mulde, der auf dem jenseitigen Berge liegenden Eisenburg gegenüber (jetzt sieht man nur einige Ueberreste), ist von zweien oben zusammen gewachsenen Felsen gebildet, hat eine dreieckige Oeffnung und ist 36 Ellen lang und 4 Ellen breit. Unten am Fuße des Berges ging die fränkische und Nürnberger Straße vorbei. Man sieht noch in der Mulde Ueberbleibsel von steinernen Pfeilern einer ehemaligen Brücke bei seichtem Wasser und auch die alte Furt. Die Höhle war ganz mit Bäumen und Sträuchern verwachsen und ihrer erhabenen Lage wegen besonders bequem, den geraubten Prinzen zu verbergen. Man konnte auf die Landstraße sehen, unbemerkt jeden Angriff beobachten und sich dann auch mit leichter Mühe vertheidigen, weil der Aufgang zu der Höhle sehr steil ist.« – In einer Anmerkung sagt derselbe Schriftsteller auch: »Man hatte sie längst vergessen und Niemand wußte sie zu zeigen. Im Jahre 1779. aber wurde sie bei der Vermählung einer Gräfin von Hochberg mit dem Grafen von Schönburg den 19. August wieder aufgesucht, gesäubert, mit einer Inschrift versehen und zu verschiedenen Feierlichkeiten gebraucht.«
Schreiter a. a. O. sagt von dieser Höhle: Die Höhle war ganz verwachsen bis 1779. bei der Vermählung der Comtesse in Hartenstein, Sophie Friederike Erden mit dem Herrn Grafen v. Hochberg in Schlesien, wo sie wieder vom Buschwerk befreit und zugänglich gemacht, auch inwendig auf einer aufgehangenen Tafel die Feierlichkeit eines dabei gehaltenen ländlichen Mahls aufgezeichnet wurde. Seit 1796 aber hat der damalige Eigenthumsherr der Herrschaft Hartenstein mit Stein, Fürst von Schönburg, einen geräumigen Weg im Zickzack mit Ruhebänken anlegen und oben an dem schauerlichen Absturz ein Geländer machen lassen. –
[42] s. Engelhardt. a. a. O. Th. 1. pag. 84. –
[43] Daß v. Mosen und v. Schönfels den Prinzen an Friedrich und nicht an Veit von Schönburg ablieferten. s. Schreiter a. a. O. pag. 246. ff. –
[44] Triller a. a. O. pag. 100.
[45] s. Engelhardt a. a. O. Th. 1. pag. 86. Die deshalb gewechselten Schreiben s. beim Vulpius l. c. pag. 26. Auch findet man eine spätere Urkunde ohne Datum, wodurch die beiden Verbrecher, die ungeachtet jener Zusicherung, das Land meiden mußten, von dem Kurfürst Ernst und seinem Bruder völlig begnadigt wurden, beim Tentzel a. a. O. pag. 787.