»Zum Andenken hat der Höchstlöbliche sanftmüthige Kurfürst, der geraubten Prinzen Herr Vater, diese Geschichte auff vier Tafeln künstlich abmalen lassen, so in dem Zimmer, aus welchem die Entführung geschehen, befindlich sind. Deren die erste fürstellt, wie Cuntz und seine Gesellen die Prinzen aus dem Schlosse zu Altenburg rauben: die andere, wie er im Walde von den Köhlern gefangen wird.«

Die Gemälde sind noch auf dem Schlosse zu Altenburg befindlich und Dr. Triller erhielt Copien davon, die er in Kupfer stechen ließ. Diese Kupfer findet man in seinem sächs. Prinzenraube. (In der Zueignungsschrift an den Herzog schreibt er: »die Kupfertafeln selbst, die meine Reime zieren, sind mir von Deinem Hof gezeichnet zugeschickt.« Ranisch a. a. O. pag. 8. gedenkt dieses Umstandes auch: »Auf der Seite der jetzt veränderten Burg sieht man in einem Zimmer der höhern Gegend die vier vornehmsten Veränderungen dieses Trauerspiels von den noch vorhandenen vier Tafeln sauber abgezeichnet.«)

Diese vier Hauptgemälde stellen folgendes vor:

1.) Die Entführung der Prinzen Ernst und Albrecht aus dem Schlosse zu Altenburg.

2.) Die Befreiung des Prinzen Albrecht durch den Köhler Georg Schmidt.

3.) Die Rückkehr des Prinzen Albrecht in Begleitung des Abtes Liborius nebst Gefolge, zu seinen fürstlichen Eltern.

4.) Die Enthauptung des Kunz von Kauffungen auf dem Marktplatze zu Freiberg.

Nach dem Urtheile Sachverständiger sind diese Bilder weit späteren Ursprungs und ohne künstlerischen Werth. Letzteres gilt auch von einer Tafel mit 30. Portraits der bei dem Prinzenraube betheiligt gewesenen Personen, die ebenfalls sich im Schlosse zu Altenburg befinden.[66]