Darnach kam gezogen auf die Bahn Herr Eduard von Bourbon, ein tapferer und starker Ritter. Aber des ersten Treffens stieß ihn der edel Peter, Roß und Mann, zur Erden, mit also großen Kräften, daß die Umsteher sich des Peters verwunderten, und ihn hochachteten.

Nach diesem kam Herr Friederich von Montferrat und brach seine Stangen auf dem Peter. Aber der Peter traf ihn oben an sein Gardebras bei der Schulter und stieß ihm's hinweg. Und, daß ich's kurz mache: alle Ritter, die noch vorhanden waren, stieß der Ritter mit den Schlüsseln herab, und behielt also den Preis.

Da niemand mehr vorhanden war, der mit ihm wollte treffen, schlug er sein Visier auf und ritt zum König. Da ihn der König ersah, befahl er, durch Rat seiner Herren und Räte, dem Herold, aus zu rufen, wie daß der Ritter mit den Schlüsseln den Preis und die Ehre hätt erlanget, und daß er sich am besten gehalten unter allen anderen. Und dem Ritter Peter sagten die Königin und Schön Magelona, samt anderen Jungfrauen und Frauen, viel Danks. Also zog ein jeglicher heim in sein Herberge und zog sich aus. Doch ließ der König aus rufen durch den Herold, ein jeglicher sölle gen Hof kommen, mit ihm das Morgenmahl zu empfahen; das sie dann alle täten.

Als sie gen Hof kamen, danket ihnen der König und bewies ihnen allen große Ehre. Als sich der edel Peter hätt aus gezogen, ging er auch gen Hof. Da ihn der König ersah, ging er ihm entgegen, umfing ihn und sprach: „Mein liebster Freund, ich dank euch der Ehren, die ihr mir heut bewiesen habet. Wann ich darf mich wohl beruhmen, es sei kein Fürste auf Erden, der einen solchen Ritter habe an seinem Hofe, mit Zucht und Ehren, auch Tapferkeit gezieret, als ich an euch habe. Es ist auch nicht vonnöten, daß ich euch lobe, wann euer Werk bezeuget es selber, des gleichen alle Fürsten und Herren, so itzunder hie sein. Ich bitte GOTT den Allmächtigen, Er wolle euch zu dem verhelfen, was euer Herze begehret; wann fürwahr, ihr seid des würdig.“

Den selben Tag ward der Ritter ehrlich und wohl gehalten von dem König und allen anderen; wann wer mit ihm mochte zu reden kommen, der gedauchet sich seiner Gesellschaft erfreuet. Und je mehr man ihn sah, je lieber man ihn sah; wann er war ein schöner holdseliger junger Gesell, darzu war er weiß wie eine Lilie, und hätt freundliche Augen und gelbes Haar als Gold. Darum jedermann saget, GOTT hätte ihm viel sonderlicher Tugend verliehen.

Nach dem allem vergaß der König der Verwundeten nicht, und schicket bald nach seinen Wundärzten, den besten; und ließ den Lancelot verbinden, der hart wundt war. Die Ärzte täten in kurzer Zeit also großen Fleiß, damit der Lancelot wieder geheilet und gesund war. Also hielt der König funfzehen Tag offenen Hof zu Ehren den Fürsten, die dar kommen waren. Und ging die Rede allein von dem Ritter mit den Schlüsseln. Da solches die Schön Magelona höret, ward sie hochlich erfreuet, ließ sich's doch nicht merken.

Wie die Fürsten und Herren wieder heim zogen, doch zornig, dieweil sie nicht erfahren mochten, wer der Ritter wäre.

Als sich das Stechen und die Freude geendet hätt, zogen die Fürsten und Herren wieder heim, doch zornig; wann sie mochten nicht erfahren, wer der Ritter war, der das Beste in dem Stechen hätt getan unter so viel Fürsten und Herren. Da sie nun heim kamen, da redeten sie viel von dem Ritter mit den Schlüsseln.

Als nun solches alles sich hätt verlaufen, da kam der edel Peter zu der Schönen Magelona; wann sie mochten nicht lange von einander sein, so sie es schicken konnten. Und als sie bei einander waren, da lobet ihn die Schön Magelona sehr. Aber der Peter saget ihr wieder, er hätte solches getan nicht von sich selber, sondern ihre Schöne hätte es getan und ihn darzu gedrungen, und von ihr käme der Preis und die Ehre.