Der Fasan, wie ihn Aldrovand befunden hat, wiegt 3 bolognesische Pfund, das Pfund nur zu 12 Unzen gerechnet. Die Länge beträgt vom Schnabel zum Schwanz 36 Zoll. Der Schnabel ist weißblau; der Regenbogen gelb; die Federn über dem Schnabel sind schwarz und rothglänzend; der Scheitel und der Hals von oben blaugrün, wie eine schillernde Seite. Die Seiten des Halses und die Kehle sind purpurroth. Um den Schnabel befinden sich schwarze Borsten mit grünen Rändern. Die Brust, die Schultern, der Rücken sind schwarzgrünlich, besonders die Brust ist goldfarben und blau mit rothbraun gemischt. Der Schwanz hat stuffenweis längere Federn, bis zur mittlern, die am längsten und, wie die übrigen, ohne Sonnen, schlechtbraun und mit schwarzen Querstrichen durchschnitten ist. Die Zähen verbindet eine ziemlich grose Membran. Der Schenkel ist weißlich mit kurzen Sporen bewaffnet. Der Hals wird von der Brust durch einen schwarzen, gelben, grünen Strich abgesondert. An der Fasanenhenne ist der Kopf und Hals braun, die Brust aschfarben und roth, die Flügel braun, der Schwanz kleiner, und der Hals weiß, da er sich hingegen am Hahne spiegelt. Wir haben bey dieser Beschreibung der Farben, die wir meistens Hallen abgeborgt haben, die Merkmale geflissentlich ausgelassen, die schon oben aus Büffon angeführt worden sind.
Die Federn des Halses und Steißes sind am Ende herzförmig ausgeschnitten, wie gewisse Federn im Schwanze des Pfauen. Die Haut, welche die Zähen, wie bereits gesagt worden ist, verbindet, ist breiter, als man sie gewöhnlich bey den Vögeln, die sich stäuben, antrift, und scheinet die erste Schattirung zu machen, mittelst welcher sich die Vögel von diesem Geschlechte den Flußvögeln nähern. Aldrovand merkt auch wirklich an, daß sich der Fasan gerne in sumpfigen Oertern aufhält, und setzt hinzu, das man manchmal in den Morästen, die um Bologna sind, welche fange. Olina und Le Roi, Jagdlieutenant von Versailles, haben eben diese Beobachtung gemacht. Der letztere versichert, daß die aus den benachbarten Fasanengärten entwischte Fasanen sich immer an den feuchtesten Oertern und längst der Teiche, die man in den grosen Gehölzen von Brie findet, aufhalten.
Wenn diese Vögel gleich an die Gesellschaft des Menschen gewöhnt und von ihm mit Wohlthaten überhäuft worden sind, so entfernen sie sich doch so weit, als möglich, von aller menschlichen Wohnung: denn sie sind sehr wild und es ist schwer, sie zahm zu machen. Indessen behauptet man doch, daß sie sich gewöhnen, auf ein Pfeifen zu kommen, welches aber nicht mehr heißt, als ihre Nahrung zu holen, wozu sie durch dasselbe herbey gelockt werden: denn sobald sie gesättiget sind, so kennen sie die Hand nicht mehr, die sie gefüttert hat, und suchen beständig, ihre Freyheit wieder zu erlangen. Die wilden, welche gefangen worden, sind rasend, fallen mit heftigen Schnabelhieben über ihre Mitgefangene her und verschonen nicht einmal den Pfauen.
Die Fasanen lieben die Gehölze, die in Ebenen liegen. Die Nacht über sitzen sie oben auf die Bäume, wo sie mit dem Kopf unter dem Flügel schlafen. Das Geschrey des Männchens (denn das Weibchen hat fast keines,) stehet zwischen dem Pfau- und Perlhühner-Geschrey mitten inne, doch kommt es dem letztern etwas näher, und ist folglich gar nicht angenehm.
Sie sind von Natur so wild, daß sie nicht nur den Menschen, sondern auch sich selbst untereinander vermeiden, es wäre denn im März oder April, welches die Zeit ist, da das Männchen sein Weibchen aufsucht; und man kann sie alsdann leicht in den Wäldern finden, weil sie sich durch ein Schlagen mit den Flügeln, welches man sehr weit höret, verrathen. Die Fasanhähne sind nicht so hitzig, als die gemeinen, und Frisch behauptet, daß in dem Stande der Wildheit jeder nur Ein Weibchen habe; der Mensch aber hat sie an sieben gewöhnt, obgleich einige Oekonomen Einem nur zwey geben, und es ist sicher, daß auf die letztere Art die Zucht am besten gelingt. Inzwischen kommt vieles dabey auf das Klima, die Witterung und die Sorgfalt des Fasanenmeisters an.
Die Fasanenhenne macht ihr Nest allein und erwählt sich zu diesem Zwecke den dunkelsten Winkel ihrer Wohnung. Sie wendet Stroh, Blätter und andere Dinge dazu an; und ob sie es gleich, dem Ansehen nach, nur obenhin gemacht hat, so zieht sie es doch einem jedem andern vor, das nicht von ihr selbst verfertigt worden ist: denn wenn man ihr eins macht, das noch so gut ist, so reißt sie es auseinander und baut es nach ihrer Weise um. Sie legt nur einmal des Jahrs, wenigstens in unsern Gegenden, und zwar, nach Einigen, 40 bis 50 Eyer, wenn man sie der Sorge zu brüten überhebt; nach Andern aber 15 bis 20. Büffon hat niemals mehr, als 12 bekommen, ob man gleich gemeine Hennen brüten ließ. Gemeiniglich legt sie alle zwey bis drey Tage eines. Die Eyer sind lange nicht so gros, als Hühnereyer, und die Schale ist weit feiner, als die von Taubeneyern. Ihre Farbe ist grünlichgrau mit kleinen braunen Flecken, die als zirkelförmige Gürtel um das Ey herumlaufen. Jede Fasanenhenne kann auf 18 brüten.
Wenn man im Grosen Fasanen erziehen will, muß man einen Fasanengarten von verhältnißmäßiger Gröse dazu bestimmen, der zum Theil mit Rasen besetzt, zum Theil mit Strauchwerk angeflogen ist, wo diese Vögel vor dem Regen und der allzugrosen Hitze, wie auch vor dem Raubvogel Sicherheit finden können. Ein Theil dieser Fasanerie muß in mehrere kleinere, die 4 bis 5 Toisen ins Gevierte haben, abgetheilt seyn, welche dazu gemacht sind, daß ein Hahn mit seinem Weibchen darinn seyn kann. Man erhält sie in diesen Gärtgen entweder dadurch, daß man sie lähmet und den jungen Fasanen, wenn sie 5 oder 6 Wochen alt sind und die Federn an den Hälsen zu kommen anfangen, mit einem dünnen und scharfen Messer das vorderste Gelenke von einem Flügel ablöset und die Wunde mit Wundholz oder brauner Butter bestreichet; oder man bedecket diese Parkets mit einem Garne. Man muß sich aber sorgfältig hüten, nicht mehrere Männchen zusammen einzusperren, weil sie sich gewiß balgen und einander vielleicht gar töden würden. Man muß es sogar so machen, daß sie einander weder hören noch sehen können, weil sonst die Bewegungen der Unruhe oder Eifersucht, die sie einander einflößten, bey diesen Männchen, die so wenig hitzig auf ihre Weibchen, aber doch sehr mißtrauisch gegen ihre Nebenbuhler sind, die sanftern Regungen, ohne welche keine Zeugung geschehen kann, ersticken oder doch schwächen würden.
Palladius verlangt, der Hahn solle jährig seyn, und alle Naturalisten stimmen überein, daß die Hennen nicht älter, als dreyjährig, seyn sollen. Manchmal setzt man an Orten, wo es viel Fasanen gibt, nur Weibchen in jedes Parket und läßt den wilden Hahnen die Sorge, sie zu befruchten.
Diese Vögel leben von allen Arten von Körnern und Kräuterwerk, und man räth sogar an, einen Theil des Fasanengartens mit Bohnen, Möhren, Erdäpfeln, Zwiebeln, Lattich und Pastinak anzubauen, besonders aber mit den beyden letztern Pflanzen, die sie sehr gerne fressen. Man sagt auch, sie lieben die Eicheln, die Beeren vom Weisdorn und den Wermuthsaamen sehr; der Waizen aber, mit Ameiseneyern vermengt, ist die beste Nahrung, die man ihnen geben kann. Einige wollen, man solle Sorgfalt anwenden, daß keine Ameisen mit darunter kommen, damit sie den Fasanen die Eyer nicht verleiden; Edmund King aber verlangt, man solle ihnen geflissentlich Ameisen geben und behauptet, diese Nahrung sey ihnen sehr vorträglich und allein fähig, sie wieder herzustellen, wenn sie schwach und elend sind. Wenn sie fehlt, so kann man ihnen mit gutem Erfolg Heuschrecken, Ohrwürmer und Tausendfüße geben. Eben dieser Verfasser versichert, daß er viele Fasanen verlohren habe, ehe er den Gebrauch der Insekten kannte, daß ihm aber hernach nicht ein einziger mehr gestorben seye. Man mag sie aber füttern, womit man will, so muß man ihnen ihre Nahrung klüglich zumessen und sie nicht zu sehr mästen: denn die allzufetten Hähne sind nicht sehr hitzig, und die allzufetten Hennen sind nicht so fruchtbar und legen Eyer mit weichen Schalen, die leichtlich zerdrückt werden. Sie brüten gemeiniglich 20 bis 25 Tage.
Man muß der Brüterinn einen Platz geben, der vom Geräusche entfernt und ein wenig in die Erde eingegraben ist, damit sie die Ungleichheit der Witterung nicht fühle und nicht vom Donner beunruhiget werde.