Schaff’ bald uns eine Tante,

Dann wirst du alles hocherfreu’n,

Was jemals Hans dich nannte.«

[1] Namen von Abgeordneten.

Fröhliches Lachen lohnte den Vortrag, und die Geister des Humors begannen in dem gemütlichen Raume jetzt ihre Flügel freier zu regen.

Noch im selben Winter kam ein Weihnachtskind in der Dorotheenstraße 37 an, ein kleiner Junker von Bismarck, der am 28. Dezember erschien und am 12. Februar 1850 durch den Prediger Gaßner auf die Namen Nikolaus Heinrich Ferdinand Herbert getauft wurde. Die Freude war groß, da es jetzt ein mit dem am 21. August 1848 geborenen Töchterchen Marie ein prächtiges Pärchen gab, an dessen frischem Gedeihen und munterem Wesen die Eltern ihre herzliche Freude hatten.

Bei solchem Familienglück war es Bismarck nicht besonders erfreulich, im kommenden Frühjahr nach Erfurt zu gehen, wohin er wirklich in das Unions-Parlament gewählt war. Auch hier vertrat er seinen absolut preußischen Standpunkt und war froh, als der Reichstag am 29. April geschlossen wurde, nachdem allerdings die vorgelegte Verfassung Annahme gefunden hatte.

Aber nun erhob sich drohend die österreichische Regierung, verlangte entschieden die Herstellung des alten deutschen Bundestags, auf welchem sie den ersten Rang einnahm, und lud sämtliche deutsche Fürsten zur Beschickung desselben ein. Deutschland stand in zwei starken Parteien sich gegenüber, die Erregung stieg auf beiden Seiten so weit, daß in Kurhessen, wo das Volk sich gegen den Druck des Ministers Hassenpflug auf das entschiedenste wehrte, es zwischen ihnen beinahe zu einem blutigen Zusammenstoß gekommen wäre. Friedrich Wilhelm IV., eingeschüchtert durch das Dazwischentreten und die Drohungen des russischen Kaisers Nikolaus, fürchtete jedoch einen entscheidenden Schritt und gab in der Angelegenheit nach. Es kam der Tag von Olmütz (29. November 1850), der in der preußischen Geschichte kein Ruhmesblatt bedeutet, an welchem der Minister von Manteuffel dem österreichischen Minister Schwarzenberg gegenüber die Auflösung der »Union« und die Beteiligung Preußens an dem wiederhergestellten Bundestage zugestand nebst einigem anderen, was drum- und dranhing.

Inzwischen hatte Bismarck im Sommer sein liebes, stilles Schönhausen aufgesucht und mit Frau Johanna und seinem kleinen munteren Pärchen sich der Ruhe und Muße hingegeben, welche ihm nach den parlamentarischen Kämpfen ungemein wohltat.

Aber die Idylle fand eine kleine Unterbrechung.