»Das mag sein! Hoffentlich schont Er aber auch seine Organe und hält sich vor allem fern von dem verderblichen Rauchkraut, so für die Jugend Gift ist. Ich möchte nicht gern hören, daß meine Karlsschüler dem Rauchlaster verfielen. Ich habe meinen Verdacht auf den Nassau – wie ist's, Seeger!«
»Ich habe nichts Gravierendes erfahren, Durchlaucht!«
»Hm, Nieß hat mir so Andeutungen gemacht! – Na Gott befohlen, Schiller, – sehe Er zu, daß es bald wieder gut geht mit ihm, – ich freue mich an seinem Fleiße!«
Der Herzog erhob sich, klopfte seinem Günstling wohlwollend auf die Schulter und ging mit dem Intendanten. Schiller aber atmete auf; er hatte in den letzten Minuten wirkliche Brustbeklemmungen gespürt bei dem Gedanken, daß auch unter dem Tische, nur durch die Decke verborgen, einer oder zwei seiner Freunde steckten, und daß es leicht möglich war, daß der Herzog mit seinem Fuße an dieselben stieß; dann konnte alles entdeckt und verraten sein.
Einen Augenblick blieb alles still; keiner der Karlsschüler wagte noch sein Versteck zu verlassen, solange nicht der gefürchtete Herr sich wieder völlig zurückgezogen hatte. Aber dessen Schritt wollte draußen nicht verklingen, ja bald hörte man seine, wie es schien, zornige Stimme. In der Tat hatte Karl Eugen vor der Tür einen Augenblick still gestanden und mit emporgehobener Nase die Luft eingezogen, dann hatte er sich zu dem Intendanten gewendet: »Seeger, riecht Er nichts?«
Der Gefragte gab sich Mühe, etwas Besonderes zu riechen; aber es wollte sich nichts finden, und beinahe verlegen erklärte er, er finde nichts Außergewöhnliches.
»So will ich's ihm sagen: Es riecht nach Tabaksrauch – ganz genau. Wo kann das herkommen?«
Er sah sich um und erblickte eine kleine, dichtanliegende Tür, welche in einen niedrigen, vorspringenden Raum führte.