»Etwas Neues wohl, aber nichts Angenehmes.«

»Hm – will Er mir den schönen Morgen verderben? – Was ist's?«

»Es betrifft das Theaterstück ›Die Räuber‹ von dem Regimentsmedikus Schiller.«

Das Gesicht des Herzogs verfinsterte sich, während ein lauernder Blick Walters dasselbe streifte. Der Garteninspektor, der in Schillers Vater einen schlimmen Konkurrenten in der Gunst seines Herrn sah, war kein Freund der Schillerschen Familie und benutzte die Gelegenheit, seiner kleinlichen Gesinnung eine Genugtuung zu bieten, als Karl Eugen frug: »Was ist's wieder damit? – Diese Komödie spukt ja, wie es scheint, jetzt überall, und Schiller hätte Besseres tun können, als sie zu schreiben. Hat jemand Ärgernis daran genommen?«

»Durchlaucht, ich möchte nicht als Angeber erscheinen.«

»Ach, halt Er's Maul! – Nachdem er einmal soviel gesagt hat, muß das andere auch heraus. Was weiß Er?«

»Durchlaucht geruhen vielleicht zu wissen, daß ich die Ehre habe, korrespondierendes Mitglied der Bündner ökonomischen Gesellschaft zu sein, und darum pflege ich das Hauptblatt von Graubünden, den ›Sammler‹, zu lesen. Darin steht ein Artikel eines Dr. Amstein, der Schiller der Ehrenbeleidigung und Verleumdung Graubündens bezichtet, begangen durch einen Ausdruck in den ›Räubern‹, daß Graubünden das Athen der heutigen Gauner sei. Amstein verlangt von Schiller eine öffentliche Ehrenerklärung!«

Das Gesicht des Herzogs färbte sich von zorniger Röte. »Hat Er den articulum zur Hand? – Das möcht' ich wohl lesen.«

»Ich habe zufällig die betreffende Nummer bei mir.«