»Ich komme von Serenissimus.«

»Nun, wozu kann man dir gratulieren?«

»Wenn du's tun willst, Petersen, Durchlaucht geruhten, mir den Kopf zu waschen.«

Das Kegelspiel kam ins Stocken, alle drängten sich an Schiller.

»Ja, nun seid ihr neugierig wie die Elstern, und ich hätte beinahe Lust, euch in eurer Neugier schmoren zu lassen; aber ich bin nicht grausam: Serenissimus hat mir Kassation in Aussicht gestellt, wenn ich noch eine Komödie schreibe.«

Auf allen Gesichtern stand lebhafte Teilnahme, und im ersten Augenblick fand keiner ein geeignetes Wort. Endlich trat Streicher heran, reichte dem Freunde die Hand und fragte: »Und wie willst du's damit halten?«

»Sei ruhig, Andreas, ich werde Komödien schreiben, und wenn mir's gehen sollte wie dem armen Schubart; mich schreckt nicht der Hohenasperg. Aber nun, Freunde, laßt euch die Gemütlichkeit nicht stören, – wir sind noch nicht so weit, trotz dem Herzog von Württemberg. – – Kann ich hier mit von der Partie sein?«

Bald rollten die Kugeln aufs neue, und Schiller beteiligte sich ohne Erregung, ja beinahe mit Heiterkeit an dem Spiele, bis die vorgeschrittene Zeit zur Heimkehr mahnte. Mit Streicher ging er durch die stillen, von spärlichem Lampenschimmer nur matt erhellten Gassen. Anfangs waren beide schweigend, endlich sprach der junge Musiker, indem er den Gedankenfaden, der ihn still bewegte, anscheinend laut weiterspann: »Da gibt's nur eins, Freund, du mußt fliehen.«

Schiller blieb stehen. »Ist das nicht wundersam, wie unsere Gedanken in diesem Augenblick sich begegnen? Eben habe auch ich an die Flucht gedacht. Mannheim ist meine Zuflucht, der Intendant von Dalberg will mir wohl, – im schlimmsten Falle glaub' ich's wagen zu können.«

»Warum willst du erst warten, bis der schlimmste Fall eintritt? Und was nennst du den schlimmsten Fall? Des Herzogs Hand ist manchmal rasch und kräftig, und hat dich erst der Hohenasperg, so ist's mit dem Entrinnen vorbei.«