So war der Würfel gefallen; was blieb nun noch anderes übrig als die Flucht? – Die Stirne in beide Hände gestützt, saß er an dem Tische und sann; draußen fuhren durch den hellen Sonnenschein goldflimmernde Karossen, – was kümmerte es ihn? – Da kam Streicher, und der Dichter reichte dem treuen Freunde in tiefer Bewegung beide Hände. »Es muß sein, Andreas, – ich habe keinen Ausweg mehr«, sagte er trübe.
»Wie? Hat der Herzog dein Schreiben – –«
»Nicht einmal gelesen und streng verboten, ihm nochmals zu schreiben.«
Streicher setzte sich neben Schiller und legte ihm die Hand auf die Schulter. »Nun gut, dann kann dein Herz dich freisprechen von jedem Vorwurf. Du gehst nach Mannheim, und ich gehe mit dir.«
»Wie, Andreas, das wolltest du wirklich?«
»Hast du je daran zweifeln können? – Meinst du, ich verließe dich, den unpraktischen Idealisten, der zwar in der Welt der Geister heimisch ist, aber fremd in der Welt der Wirklichkeit? Ich habe meiner Mutter Erlaubnis bereits ausgewirkt dazu. Ich wollte doch im nächsten Frühjahr nach Hamburg reisen zu Emanuel Bach, dem großen Musiker, statt dessen gehe ich schon jetzt mit dir mit Sack und Pack, und hab' ich dich glücklich in Mannheim untergebracht, so setze ich meinen Stab weiter.«
»Du Guter, Trefflicher, – wie danke ich dir!«
»Deine Freundschaft ist mein Lohn; sieh', dein Name ist an die Sterne geknüpft, das glaube ich bestimmt, und Höheres kann es nicht geben als die Freundschaft eines Unsterblichen.«
»Du bist ein Schwärmer.«