»Eminenz, ich habe mich damit beschäftigt vom Standpunkte meiner Wissenschaft, aber ich wage nicht, ein Urteil auszusprechen, bevor nicht überlegene Männer sich geäußert haben.«

»Die Hauptsache bleibt die Redlichkeit der Forschung und der gute Wille, der Kirche zu dienen.«

»Daß ich diese beiden besitze, glaube ich ohne Ueberhebung versichern zu dürfen.«

»Das habe ich bei Ihnen vorausgesetzt, und ich habe Sie deshalb rufen lassen. Man hat mir Ihre Tüchtigkeit und Ihren kirchlichen Sinn zugleich gerühmt, und ich wünsche darum, daß Sie mich nach Rom zum Konzil begleiten; eine geeignete Beschäftigung werde ich für Sie finden. Sind Sie des Italienischen mächtig?«

Eine heiße Blutwelle schoß Frohwalt nach dem Kopfe, die Mitteilung kam ihm zu unerwartet und öffnete ihm mit einmal einen weiten, herrlichen Ausblick.

Er wußte kaum Worte zu finden; endlich stammelte er:

»Ich bin erdrückt von der Gnade und Ehre, Eminenz, und was nur immer meine schwachen Kräfte vermögen …, das Italienische hoffe ich bei einiger Uebung beherrschen zu können, ich habe mich schon lange damit beschäftigt …«

Ein freundliches Lächeln spielte um die Lippen des Kardinals, dem die Ueberraschung des jungen Priesters offenbar Freude machte; er sprach:

»Das ist ja schön, und ich hoffe, daß wir zum Segen unserer heiligen Kirche nach der ewigen Stadt gehen werden. Das Weitere werden Sie noch erfahren, auch empfehle ich Ihnen, sich mit Herrn Professor Meyer ins Einvernehmen zu setzen, welcher mich gleichfalls begleiten wird.«