Mit dem Rufe: »Elender Feigling« versetzte Hans Stahl dem Dr. Haller einen Schlag ins Gesicht. (S. 202).

Der junge Mann verlor bei diesem Gedanken alle Selbstbeherrschung; in dem Augenblicke, da Haller in das Haus Holberts eintreten wollte, sprang er gegen diesen vor, und mit dem Rufe: »Elender Feigling!« versetzte er ihm einen Schlag ins Gesicht, daß der Getroffene zurücktaumelte, aber im nächsten Moment auch schon seinen Angreifer erfaßt hatte und ihm zurief:

»Unreife Jungen müssen das Stäbchen spüren!« Dann schlug er mit seinem Stocke auf ihn ein, während Stahl mit den Fäusten um sich hieb.

Das spielte nur einige Sekunden. Die Leute waren stehen geblieben, ihre Entrüstung wendete sich gegen den Angreifer, und ehe noch der nächste Schutzmann herbeikam, war Hans Stahl bereits von einigen kräftigen Händen erfaßt und festgehalten worden, während Haller ihm noch einen derben Hieb mit seinem Stöckchen versetzte. Der Geschlagene war sprachlos vor Wut, der Doktor aber rief dem Sicherheits-Wachmann zu:

»Nehmen Sie diesen Burschen fest, der mich gröblich angefallen hat. Mein Name ist Dr. Haller – das Weitere werde ich selbst veranlassen.«

Er wandte sich nach der Thür des Hauses, in welchem Professor Holbert wohnte, Hans Stahl aber ließ sich willenlos, elend bis in die tiefste Seele hinein, von dem Schutzmann hinwegführen. Er hatte mit der Empfindung, jetzt erst Therese für immer verloren zu haben, auch noch die andere, daß er sich in Prag unmöglich gemacht und die eben erst neu eingeschlagene Laufbahn sich selbst verdorben habe.