Therese erkannte mit feinem Taktgefühl, daß sie nicht bleiben dürfe, und so ging sie mit herzlichem Gruße, nicht ohne Frohwalt um seinen Besuch gebeten zu haben. Als sich die Thür hinter ihr geschlossen hatte, stammelte Marie:
»Ach, wie bist Du gut, Peter! Lohn' Dir's Gott tausendmal.«
Der junge Doktor geriet einigermaßen in Verlegenheit, er wußte nicht, ob er solchen Dank annehmen dürfe, aber er sprach milde, wie vorhin:
»Ich will an nichts anderes denken, als daß Du meine Schwester bist – von Deinem Manne aber wollen wir nicht sprechen!«
Ein Schatten lief über das hübsche Antlitz Mariens, und schüchtern sagte sie:
»Und doch hätte er Dir so gerne gedankt!«
»Wofür?«
»Ach, Du willst Dich nicht dazu bekennen, aber wir wissen es doch, auch wenn es die Mutter in Abrede stellt; jene dreihundert Gulden …«
Das Gesicht Frohwalts wurde finsterer:
»Ich weiß nicht, wovon die Rede ist! … Mutter, wie steht's mit Eurer Obsternte? Ist mein alter Apfelbaum wieder brav gewesen?«