»So – jetzt bringe hier die Scherben fort!«


Dreizehntes Kapitel.

In der Nähe der Piazza Colonna steht ein kleines, freundliches Haus mit seinem Gärtchen, in welchem dicht und wirr Taxus und Lorbeer wuchert und dunkle Pinien hinwegschauen über die nicht hohe Mauer. Es gehörte der Witwe eines wenig bekannten Bildhauers, und die unteren Räume, die zum Teil als Atelier eingerichtet waren, bewohnte zur Zeit ein deutscher Maler, Heinrich Quandt, mit seinem jungen Frauchen.

Es war noch früh am Morgen; hell blinkte der Sonnenschein durch die Fenster, und das Paar saß am Frühstückstische. Es war eine prächtige deutsche Erscheinung, die in ihrem ganzen Wesen mit dem blondlockigen Haarwuchs und den lebhaften, leuchtenden Augen den Künstler nicht verleugnete, und die Frau paßte zu ihm wie eine liebliche Ergänzung. Sie hatte braune, sammtweiche Augen, dunkles Haar um die weiße Stirn und sah so kernfrisch und heiter drein, daß es ein prächtiges Bild bot, die beiden in dem ziemlich einfach eingerichteten Raume sitzen zu sehen.

Sie waren aus den sogenannten Flitterwochen lange heraus und nun das vierte Jahr verheiratet, und er hatte seinen Schatz schon immer einmal nach Rom führen wollen, aber immer mußte es verschoben werden. In diesem Herbste machte er ernst und gedachte das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden: Sein Frauchen sollte die ewige Stadt sehen, und er gedachte einige Studien zu machen.