Auch die Kunst fesselte ihn an Heinrich Quandt. Der Junge hatte eine schönheitsfrohe Seele, jenes feine, angeborene Kunstverständnis, wie man es in Italien auch bei ganz schlichten Leuten trifft, und wenn der Maler an seiner Staffelei ruhte, trat er manchmal leise hinter denselben und schaute über dessen Schulter nach dem Bilde, aus welchem ihm sein Ebenbild entgegenblickte.
»Gefällt Dir's, Sisto,« frug ihn einmal Quandt.
»Sehr, Herr – ich wollte, ich könnte das auch machen!«
»Hast Du denn niemals eine Beschäftigung getrieben?«
»Nein, Herr; die Ziegen habe ich gehütet und dabei den Dudelsack gespielt.«
»Aber Lesen und Schreiben hast Du gelernt?«
»Ja, Herr, bei dem Pfarrer von Subiaco.«
»Möchtest Du denn nicht ein Gewerbe erlernen?«
»Eins wohl, Herr, die Bildschnitzerei. Ich habe das auch schon versucht …«