Jeder von den drei Männern aber hatte seine eigenen Gedanken, und die Rückfahrt nach der ewigen Stadt war im Grunde minder heiter, als die Fahrt am Morgen, nur Frau Friederike besaß ihre unbefangene Fröhlichkeit und suchte mit ihrem Plaudern eine freundlichere Stimmung herbeizuführen. Frohwalt saß ihr gegenüber. Er schaute auf den roten plaudernden Mund und in die hellen braunen Augen, die so sonnig lachten, und als ihm beim Abschiede die junge Frau die Hand reichte und die Hoffnung aussprach, ihn bald einmal als ihren Gast zu sehen, sagte er so lebhaft und rasch zu, daß er darüber unwillkürlich errötete.

Auch Monsignore Parelli hatte ihn freundlich und herzlich zu einem Besuche eingeladen. Und so ging er in träumerisch-angenehmer Stimmung über die Ponte di Ripetta hinüber an das andere Tiberufer, wo in ewiger Majestät der Dom des heiligen Petrus ragt und wo er seine Wohnung hatte.


Vierzehntes Kapitel.

Das Konzil war feierlich in einem Seitenschiffe von St. Peter eröffnet worden, und das Aussehen von Rom nahm von da ab eine noch mehr kirchliche Färbung an. Die Zahl der geistlichen Würdenträger, welche sich an dem Sitze des Papsttums eingefunden hatten, war eine ungewöhnlich große – siebenhundertfünfzig Bischöfe fast aus allen Teilen der Welt waren zusammengekommen zu jenem außerordentlichen kirchlichen Ereignis, und zumal um den Vatikan und seine Umgebung sah man Tag aus, Tag ein die mehr oder minder vornehmen Wagen hinrollen, in welchen die Väter der Kirche zum Konzil oder von demselben fuhren. Seit langer Zeit war der Glanz und die Herrlichkeit des päpstlichen Stuhles nicht so zu Tage getreten.

Wenn aber seitens der Macher des neuen Glaubenssatzes und seitens der unbedingten Anhänger der Unfehlbarkeit geglaubt worden war, daß der Schimmer der päpstlichen Heiligkeit, der Atem Roms allein schon genügen werde, die versammelten Väter leicht zur Annahme der Neuerung zu bewegen, so hatte man sich einem Irrtum hingegeben. Schon in einer der ersten Sitzungen war Kardinal Schwarzenberg aufgetreten und hatte dem Konzil einige Wünsche vorgelegt, welche die Jesuiten und ihre Freunde nicht erwartet hatten, die ihnen nicht bloß unbequem waren, sondern ihnen sogar einige Bedenken erweckten.