Frohwalt war tief erschüttert von den schlichten, wahrheitsvollen und doch so leidenschaftlich erregten Worten des Knaben. Er sah wie in einen Abgrund, in welchen kein Licht fallen konnte. Das Haus eines Kirchenfürsten, aus welchem die guten Geister wichen und worin die geputzte Sünde zurückblieb!

O, das war schlimmer als im Pfarrhause in Nedamitz! Aber was sollte er dem Knaben sagen? Was sollte überhaupt mit diesem geschehen?

Dieser sah ihn mit seinen großen dunklen Augen so treuherzig und vertrauend an, daß er, einem jähen Antrieb folgend, seine Hand ergriff und sagte:

»Du hast recht gethan, Sisto!«

Da küßte ihm der Knabe aufs neue die Hände, Frohwalt aber fuhr fort:

»Indes so ohne weiteres solltest Du doch nicht fortlaufen. Der Prälat wird sich um Dich ängstigen und er muß wissen, wo Du bist. Ich werde mit ihm sprechen – –«

»Sie wollen ihm sagen, daß ich Ihnen erzählt …«

»Sei ruhig – ich werde das Richtige zu finden suchen. Aber mit Dir will ich zuvor zu Herrn Quandt gehen, ob er sich Deiner annehmen kann, denn ich selber kann Dich leider nicht bei mir haben.«

»Und auch Herrn Quandt wollen Sie sagen –?«

»Nein, Sisto – ich werde den Prälaten nicht bloßstellen.«