Die Augen dies Jungen leuchteten dankbar und freudig auf bei der Aussicht, zu dem deutschen Maler zu kommen, in dessen Häuslichkeit er sich allezeit besonders wohl gefühlt hatte. Aber in seinem jetzigen Anzuge sollte er nicht dahingehen, und Frohwalt ließ einen Wagen kommen, in welchem er mit seinem Schützling erst bei einem Kleiderhändler vorfuhr, wo er ihm ein einfaches aber kleidsames Gewand kaufte, das er sofort anlegen mußte.
»Das schenk' ich Dir, Sisto, und Du brauchst mir nicht dafür zu danken; bleibe nur immer so brav und ehrlich wie bisher – das ist der beste Dank!« sprach der Priester, und dann fuhr er mit dem freudig bewegten Knaben weiter, bis sie vor dem Häuschen hielten, welches Quandt bewohnte.
Sie trafen den Maler und Friederike, die eben ausgehen wollten, an der Treppe.
»Das ist gut, daß Sie uns gerade noch erwischen; wir wollten den schönen Vormittag zu einem Spaziergang benutzen, vielleicht schließen sie sich uns an? – Aber, Sie sehen ja so feierlich ernst drein mitsamt meinem jungen Modell, das schon wieder in einem neuen Futteral steckt … wir haben doch heute nicht heimlich Geburtstag, Fritzel?«
So rief lachend der Maler, seine Frau aber hatte schon den Jungen an der Hand und führte ihn die Treppe wieder hinauf.
»Schenken Sie uns nur eine Viertelstunde, verehrter Freund« – sagte Frohwalt – »es handelt sich um Sisto!«
»Sie thun ja so ernst, als ob der Junge entweder ein Staatsverbrechen begangen habe oder zum Konzilsvater vorgeschlagen worden sei – Verzeihung! Das war ein dummer Scherz, aber unsereinem läuft manchmal die Zunge fort. Da sehen Sie nur meine Frau mit dem Bengel – das ist doch zum Eifersüchtigwerden!«
Sie waren wieder oben angekommen, und saßen in dem freundlichem behaglichen Zimmerchen neben dem Atelier, und Friederike hatte Sisto bereits einige süße Näschereien vorgesetzt.
»Und jetzt schießen Sie los!« sprach der Maler.
»Nun denn, kurz und bündig! Sisto kann nicht im Hause des Prälaten bleiben – die Schuld liegt an der Signora –«