»Aber ein Undankbarer bleibt er doch!«
»Vielleicht haben Sie doch nicht ganz recht, Hochwürden,« sagte Frohwalt mit leichtem Achselzucken, »und ich bin überzeugt, daß Seine bischöflichen Gnaden von meiner Mitteilung befriedigt sein werden.«
Er verneigte sich vor dem Jesuiten, und ging weiter, um durch den im Vorzimmer Parellis weilenden Kammerdiener sich anmelden zu lassen. Der Prälat empfing ihn in seinem Arbeitszimmer, freundlich und entgegenkommend wie immer, und fragte, was ihm die Freude mache, den langvermißten Gast wieder einmal bei sich zu sehen.
Als Frohwalt von Sisto berichtete, wie er zu ihm gekommen sei in seinem elenden Bettleranzuge, aufgeregt und erschüttert bis in die tiefste Seele, lehnte sich Parelli erbleichend in seinen Sitz zurück. Er schloß die Augen und fragte beinahe flüsternd:
»Hat er Ihnen gesagt, weshalb er von mir fortgegangen ist?«
»Er hat es mir anvertraut wie unter dem Siegel der Beichte, und es ist geborgen in meinem und seinem Herzen. Der Junge ist brav und tüchtig und hat ein großes Herz, Monsignore … Sie haben einen guten Engel aus Ihrem Hause vertrieben!«
Parelli wurde noch bleicher; er atmete tief, und einige Sekunden lang herrschte eine peinliche Stille in dem prunkvollen Raume. Dann sprach er:
»Und was soll mit ihm werden?«
»Herr Quandt und dessen Frau haben sich seiner zunächst angenommen bis auf Weiteres.«
»Ich werde einen Betrag für seine weitere Ausbildung Herrn Quandt zur Verfügung stellen.«