»Ich vermute, daß derselbe diesen ablehnen wird. Er ist, soviel ich weiß, nicht unvermögend und kinderlos. Ich komme auch nicht darum, sondern lediglich, um Eure bischöfliche Gnaden über das Schicksal des Knaben zu beruhigen.«

»Ich danke Ihnen!« sagte Parelli tonlos – »und kann ich gar nichts thun?«

»Monsignore, Sisto wird jeden Tag für Sie beten … wenn sein Gebet nicht vergebens wäre, so wäre dies das Herrlichste, was er erringen könnte,« sprach Frohwalt mit bewegter Stimme.

Der Prälat verstummte; er neigte langsam das Haupt, tief, bis auf die Brust herab, und so verließ ihn der junge Priester nach kurzem, höflichem Gruße. Und da er die Marmortreppe wieder hinabschritt, dachte er abermals an das schlichte Pfarrhaus in Nedamitz und an den alten Pfarrer mit seinem guten, schwachen Herzen, und es that ihm abermals leid, daß er ihn in jener letzten Stunde ihres Beisammenseins so hart angefaßt hatte.

Rom zeigte ihm Manches in anderem Lichte, als er es in der Heimat gesehen hatte.