Der Prälat saß zurückgelehnt in seinem Polstersitze und that einen tiefen Atemzug.

»Von Signora Lucia hast Du das Geld erhalten? Warum? Zu welchem Zwecke?«

»Eh, Monsignore … das ist eine heikle Geschichte, und wenn ich sie Euch mitteile, hoffe ich, daß Ihr vor Gericht dafür die vierhundert Neapolitaner auf Euch nehmt, mir auch sonst ein günstiges Urteil verschafft und noch einmal vierhundert Dukaten drauflegen werdet …«

»Unverschämter!« brauste Parelli auf; der Mann mit den gebundenen Händen aber trat ihm einen Schritt näher und grinste höhnisch:

»Sprecht nicht so laut, gnädiger Herr – der Gendarm draußen könnte an der Thüre horchen und der braucht nichts zu hören von dem, was wir hier verhandeln!«

Der Prälat sank, starr über diese Frechheit des Burschen, der seine rauhe Stimme zum Flüstern dämpfte, in seinen Sitz zurück, der andere aber fuhr fort:

»Ich hätt's mit dem Weibe allein abmachen können, wie das erste Mal, aber Ihr habt ja an der Sache auch ein Interesse, und müßt wünschen, daß ich sie nicht an die große Glocke bringe …«

»Welche Sache?« stammelte Parelli erbleichend.

»Eh, Monsignore … Ihr sagt doch aller Welt, daß Signora Lucia eine sehr nahe Verwandte von Euch sei – ich könnte überall etwas anderes beweisen …«

»Und was denn?« fragte der Prälat mit bebenden Lippen.