Einige Augenblicke sah ihm Lucia nach, regungslos wie ein Steinbild, dann blitzte es in den dunklen Augen auf wie im Zorn, mit hastigen Händen raffte sie die zerstreuten Goldstücke zusammen, erhob sich und eilte hinaus. In den beiden prächtigen Gemächern, welche sie bewohnte, raffte sie zusammen, was sie an Schmuck und Wertgegenständen besaß und legte es in einen Handkoffer, dann ließ sie durch einen Diener einen Reisekorb herbeischaffen, welchen sie mit Wäsche und Kleidern bis an den Rand füllte.

Am andern Morgen ließ sie einen Wagen kommen, der sie nach dem Bahnhofe bringen sollte. Als sie, ohne Parelli noch einmal gesehen zu haben, langsam und gleich einer Fürstin, wie sie es in früheren Tagen gewöhnt war, die Treppen hinabstieg, ließ sie ihre Blicke noch einmal über all die Herrlichkeit schweifen, welche sie verließ, aber sie hatte ihr Auge und ihre Miene völlig in der Gewalt. Der Diener, welcher ihren Handkoffer trug, hatte, trotzdem er wiederholt einen beobachtenden Blick nach ihr gewendet, keine Ahnung von dem, was in der Brust des geputzten Weibes vorging.

Da kam eben der Jesuitenpater Felice. Er sah sie erstaunt an und fragte:

»Sie verreisen, Signora?«

»Ja wohl, Hochwürden.«

»Auf lange Zeit?«

»Auf Nimmerwiederkehr!« flüsterte sie zischend, und in diesem einen Worte brach ihre mühsam verhaltene Erregung durch.

»Aber was bedeutet das, Signora?« frug der Jesuit beinahe bestürzt.

»Fragen Sie Monsignore!« stieß sie noch hervor, dann rauschte sie an ihm vorüber und gleich darauf hörte er das Rollen des Wagens. Mit dem immer gleichen, kalten Gesicht stieg der Pater die Treppe empor und ließ durch Giovanni sich bei dem Prälaten melden.