Der Junge trat nahe zu dem Maler, der ihn zwischen seine Kniee zog, und, indem er ihm mit einer gewissen Bewegung in das frische Gesicht schaute, sprach:

»Denke Dir, mein lieber Sisto, Monsignore Parelli will Dich wieder in sein Haus haben –«

»Die Signora ist fort für immer,« – fügte Frohwalt ein, und die Augen des Knaben leuchteten auf.

»O, sie ist fort – da ist alles gut!« sagte er.

»Und Du willst also zu ihm zurückkehren?« fragte Quandt.

Da flog ein Schatten über die Züge des Jungen, und er senkte schweigend den Kopf.

Da sprach Frau Friederike:

»Macht ihm nicht bange! Er soll nicht denken, daß er zu dem Prälaten zurückkehren muß, weil wir etwa ihn nicht mehr haben wollten. Ach, warum ich mich nun nicht besser italienisch ausdrücken kann! – Jetzt, Heinrich, sag' Du's ihm klar und vernünftig, daß er unser Kind sein und bleiben soll, wenn's ihm bei uns gefällt und daß wir ihn mit in die Heimat nehmen und adoptieren, und …«

Die junge Frau war lebhaft geworden und saß mit geröteten Wangen da, indes Sisto ihr die glänzenden Augen voll zuwendete. Quandt sah sie lächelnd an:

»Na, ja, ja, Kind – laß mich nur machen! – Also, mein Junge, wir müssen jetzt bald in unsere Heimat – das ist weit weg, und die Leute reden dort eine andere Sprache und alles sieht ein wenig anders aus, und im Winter schneit's und friert's, und es wachsen keine Citronen und Orangen …«